Als es im Engadin Ende letzter Woche mehr als 24 Stunden am Stück schneite, war der Werkhof von St. Moritz mit Schneeschleuder, Pneulader und Lastwagen pausenlos unterwegs, um das Dorfzentrum von den teilweise meterhohen Schneemassen zu befreien. Was sicher Sinn machte hinsichtlich des anstehenden Ansturms von Wintergästen. Dasselbe fand in den letzten Tagen aber auch in Grenchen statt. An verschiedenen Orten in der Stadt waren Werkhof-Mitarbeiter damit beschäftigt, Schnee wegzukarren. Was bei der Bevölkerung auch Fragen aufwarf.

«Das ist doch mit Kanonen auf Spatzen geschossen», meint eine GT-Leserin. Der Schnee wird doch in Kürze selber schmelzen.» Die aktuellen Wetteraussichten scheinen ihr dabei recht zu geben. Hier in der Stadt wird der Schnee kein langes Leben haben.

Beim Werkhof sieht man allerdings die Sache aus anderer Perspektive. Der Einsatz sei durchaus sinnvoll und verhältnismässig, heisst es auf Anfrage «Wir räumen den Schnee vor allem an neuralgischen Stellen weg, wo er tagsüber schmilzt und das Schmelzwasser auf die Strasse fliesst», erklärt ein Werkhof-Mitarbeiter. Denn an abschüssigen Stellen wie am Schmelzirain (Foto) könne das dann nachts für den Verkehr gefährlich werden. Denn dann bilde sich durch das Schmelzwasser Glatteis. Andernorts, wie auf der Schild-Rust-Strasse, werde der Schnee abtransportiert, weil man sonst dort nicht mehr parkieren könne. Die Schneeräumung sei keineswegs flächendeckend, versichert man.

Und wo wird der Schnee hingebracht? Aktuell deponiert der Werkhof die Schneeberge auf dem Badi-Parkplatz südlich vom Velodrome. Das Schmelzwasser sei dort keine Gefahr und fliesse in die Kanalisation. In die Aare kippen dürfe man den Schnee nicht, weil er verschmutzt sei, z.B. durch Salz. «Nur sauberer Schnee darf in die Aare.»