Die Enthüllungen dieser Zeitung von letzter Woche im Zusammenhang mit der Mittelländer Ausstellung mia wurden am Wochenende auch von anderen Medien thematisiert. Die Grenchner SVP fordert einen runden Tisch, damit die mia 2014 durchgeführt wird. Auch der neue Stapi François Scheidegger reagiert.

Während der bald abtretende Stapi Boris Banga sich zum Thema nicht mehr exponieren will, ist für Nachfolger François Scheidegger klar: «Die mia 2014 darf nicht ausfallen.» Zumindest eine Messe in irgendeiner Form müsse stattfinden. Er sei bereits daran, ein breit abgestütztes Treffen zu organisieren, das unter der Leitung der Stadt die Optionen prüfe. «Das Gewerbe und die Bevölkerung wollen, dass es weitergeht. Wir müssen jetzt schauen, was sich machen lässt.» Die verbleibende Zeit sei allerdings knapp.

Von den Grenchner Parteien hat sich bisher die SVP gemeldet «Mit grossem Bedauern hat die SVP Grenchen von den Vorgängen um die mia Grenchen Kenntnis erhalten», heisst es in einem Communiqué. Darin übt die Partei unverhohlen Kritik an Messeleiterin Caroline Möri. «Für uns ist es absolut unverständlich, weshalb man jetzt den Bettel hinwirft, nachdem es direkt nach der Messe ja fast nur positive Stimmen gab.»

«Mia gehört zu Grenchen»

Die SVP verweist darauf , dass die Fussballplätze Westfeld schon im Jahr 2012 im Gemeinderat die nötigen Gelder für eine Sanierung mit neuem Rasen, Bewässerung und Drainagen erhalten haben. «Auch schon da war klar, dass die mia 2013 im Velodrom stattfinden wird», schreibt die SVP und verweist auf die entsprechenden Gemeinderatsprotokolle. «Die mia gehört zu Grenchen wie die HESO zu Solothurn», schreibt die SVP weiter.

Es dürfe nicht sein, dass ein solches Aushängeschild einfach liquidiert wird. Auch die mia 2014 dürfe nicht ausfallen, fordert die Partei. Es dürfe nicht dasselbe passieren wie bei der Bieler Messe. Alle involvierten müssten sich an einem runden Tisch zusammensetzen. Denn auf der mia-Homepage seien sogar schon die Daten der Messe 2015 eingetragen (9. 5-17.5 2015). Die SVP unterstütze die von der Stadt zugesagte personelle oder materielle Hilfe.

Aussteller zufrieden

Die Ankündigung von Messeleiterin Caroline Möri, dass 2014 keine mia stattfindet, hat auch über Grenchen hinaus hohe Wellen geworfen. Möri hatte als Grund genannt, dass die Rahmenbedingungen im Velodrome für sie nicht akzeptabel seien.

Das Bieler Tagblatt hat direkt bei drei Ausstellern in der Region angefragt und kam zu einem ganz anderen Befund: «Die Aussteller ... sind mit der Messe, dem Velodrome und den Organisatoren äusserst zufrieden», schreibt das BT am Samstag und zitiert unter anderem Misch Geiser von der Firma Aarefenster AG aus Aetingen, für den die mia schlicht «die wichtigste Messe überhaupt» sei. Er mache hier fünf mal mehr Umsatz als an der BEA in Bern.

Eine Frage des Geldes?

Voll des Lobes über die letzte mia war auch die Firma Hemmler aus Gerlafingen. Es habe keine negativen Rückmeldungen gegeben, trotz erschwerter Rahmenbedingungen. Zumindest nicht schlechter als den alten Standort findet schliesslich die Firma Portas aus Safnern das Velodrome.

Beat Zbinden, Verwaltungsratspräsident des Velodromes, nahm gegenüber Radio 32 Stellung und vermutet, Möris Kritik an der Infrastruktur könnte vorgeschoben sein. «Man hat über WCs geredet, über Heizung,über Türen - nur nicht über Geld.» Die Frage stelle sich, ob man mit der mia überhaupt noch Geld verdienen könne. Zbinden will bis Ende dieser Woche das Velodrome für die mia 2014 reserviert halten. «Unsere Türe steht weiterhin offen». Danach müsse man aber nach Alternativen Ausschau halten.

Swatch Group kommt

Das Interesse am Velodrome scheint da zu sein. So findet am 14. Mai zum ersten Mal die prestigeträchtige Generalversammlung des weltgrössten Uhrenherstellers Swatch Group im Velodrome statt. (wir berichteten). Und das Velodrome wird beispielsweise diese Woche bereits für eine Messe genutzt. Die Zürcher Industrie-Robotik Herstellerin Stäuble führt in Grenchen am Mittwoch und Donnerstag erstmals ihre (nicht öffentliche) Hausmesse «Robomize» durch. «Die Lage direkt auf dem Röschtigraben ist ideal sowohl für unsere Kunden aus der welschen, wie aus der deutschen Schweiz», erläutert Stäuble-Chef Jean-Marc Collet.