Das Motto des Tages lautete: TEAMWORK. Die Themata der Morgeneinheit auf dem Platz unter der Leitung von Daniele Caroli und Sile Rudolf lasen sich wie eine Speisekarte im «Baur au Lac». Als Entrée «une création de coordination avec le ballon», gefolgt von einer leicht säuerlichen «force de stabilisation». Nach einer kurzen «interruption» dann das «pièce de résistance» dieser Einheit: Das «jeu simple de l’équipe en avant avec la conclusion de couronnement au bût». Für eine Abrundung dieses aussergewöhnlichen Menus sorgte dann noch das «jeu avec plusieurs petits bûts».

Top motiviert, und dieses Mal mit langen Hosen, erwarteten die Keeper ihre Aufgabenstellungen. Nach dem Warm-up das obligate Match mit Handballschüssen von der 16-MeterLinie aufs Tor mit kleinen Bällen der Grösse 3. Jedes Tor wurde dermassen bejubelt, als hätte man im Championsleague-Final das entscheidende Tor geschossen. In den Übungen flogen unsere Hüter wieder tief und stürzten sich auf alles, was auch nur annähernd wie ein Ball aussah. Granit wollte sogar unbedingt mit dem Kopf mehrmals den Pfosten durchschlagen. Der Pfosten war aber schlussendlich doch stärker.

«Big shoot» am Schluss

Am Schluss wiederum unser «Big shoot». Dabei gerieten gleich drei Keeper ins Stechen, weil sie von fünf Schüssen gleich deren zwei passieren lassen mussten. Oli schaffte es, nur einen im Stechen zu kassieren. Granit musste gleich zweimal hinter sich greifen, was ihn in Rage brachte. «Herr Fimian, Sie haben einfach etwas gegen Ausländer, dass sie mir immer eine reinknallen», witzelte er mit lautem Gelächter. Dann war Schmidi an der Reihe. Einen musste er bis zum letzten Schuss zugestehen. Der Letzte – Pfosten – Schmidis Hinterkopf und ... rein. Er begriff die Welt nicht mehr, während Granit sich ins Fäustchen lachte und wieder an seine Chance glaubte. Nochmals setzten fünf Torhüter den Ball à la Cristiano Ronaldo und bereiteten sich breitbeinig auf ihren Schuss vor. Granit, auch genannt die Tigerkralle, dagegen. Vier Schüsse, ein Tor. Wieder hatte ihn der Trainer mit einem Hocheckschuss bezwungen. «Ich habs gewusst, dass Sie doch etwas gegen Ausländer haben.» Diesen Spruch kann er nicht mehr lange bringen, weil er schon bald den Schweizer Pass erhalten wird. Dann der ultimative Knaller. Der Ball krachte an die Latte und wohin wohl? Granit an den Kopf und rein ins Netz. Granit, wir bedanken uns mit einer Verbeugung für das Getränk.

Sile und Daniele dirigierten die Jungs zu vier durchmischten Gruppen zusammen. Mit dem Slogan «Together we are strong» mussten sie als Gruppe funktionieren. Als lebende Raupe (an einem Stück), als Pyramide, als «Ghüdermänner», als Rollmops oder in einer Art Rugby massen diese Gruppen ihr Kollektivverhalten. Im Rugby durften nur die jüngsten die Tore erzielen (Mitja, Jan, Ricchi und Mika). Die Grösseren mussten den Weg für die Kleinen freibaggern, was teilweise zu etwas skurrilen Bildern führte. Der Mergim packte den Mitja unter dem Arm, welcher den Ball in den Händen hielt, und rammte alles aus dem Weg, bis er Mitja mitsamt Ball hinter die Linie legen konnte. Alle überstanden diese Polyolympiade (fast) unbeschadet, abgesehen von zerrissenen Hosen, Schrammen, Prellungen und anderen Wehwehchen. Auf jeden Fall sind alle rechtzeitig beim Nachtessen erschienen. (mgt)

Die A-, B- und C-Junioren des FC Wacker Grenchen verbringen diese Woche ein Trainingslager auf Mallorca. Sie erzählen, wie es ihnen an der Sonne geht.