Grenchen
Mehr Qualität statt Quantität: Die Jahresbilanz des Lindenhauses fällt positiv aus

Das Lindenhaus in Grenchen hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Es kommen mehr regelmässige Besucherinnen und Besucher.

Oliver Menge
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Jugendarbeiterin Melanie Stoller führt eine Gruppe Kinder anlässlich des Ferienpasses durchs Lindenhaus. (Archiv)

Jugendarbeiterin Melanie Stoller führt eine Gruppe Kinder anlässlich des Ferienpasses durchs Lindenhaus. (Archiv)

Oliver Menge

«Als Präsident des Lindenhauses darf ich auf ein erfolgreiches und bewegendes 2019 zurückblicken», schreibt CVP-Gemeinderat Matthias Meier-Moreno in einer Medienmitteilung zur Jahresbilanz des Lindenhauses. Unter der Leitung von Tamara Moser habe sich das Lindenhaus in eine positive Richtung weiterentwickelt, die Qualität der offenen Jugendarbeit sei gesteigert, die Angebote jugendgerechter auf die Besucherinnen und Besucher abgestimmt worden. «Dies sieht man nicht nur anhand der 26 ausgeführten Projekte, ein Plus von 136%, sondern auch an den um 26,5% gestiegenen Zahlen der regelmässigen Besucherinnen und Besucher. Viele Besucherinnen und Besucher kommen bewusster ins Lindenhaus, um aktiv an einem Angebot mitzumachen».

Weniger ist mehr – Qualität vor Quantität

Die gesteckten Ziele des Vorstands, lieber etwas weniger Besucherinnen und Besucher zu verzeichnen und keine neuen Rekorde zu schreiben, dafür mehr Qualität in der Arbeit mit den Jugendlichen zu erlangen, habe umgesetzt werden können, schreibt Meier-Moreno. Das bedeute zwar einen Besucherrückgang von minus 13,9%, aber wie erwähnt auch eine Steigerung bei den Kindern und Jugendlichen, die das Lindenhaus regelmässig besuchten. Man dürfe aber immer noch von der stolzen Anzahl von 6710 Besucherinnen und Besucher sprechen – 2017 waren es nur unwesentlich mehr – deren 7011.

Dank der kreativen Unterstützung der Jugendarbeiterin Melanie Stoller sei es dem Lindenhausteam gelungen, einen wöchentlich wiederkehrenden Aktivitäten- und Kreativtreff zu installieren, in welchem Beziehungsarbeit stattfinde.

Neue Angebote nach partizipativer Befragung

«Die neuen Angebote sind aus einer partizipativen Befragung der Besucherinnen und Besucher hervorgegangen. Bei diesen Angeboten geht es, darum sich für etwas zu verpflichten, sich aktiv zu beteiligen, eigene Ideen und Kreativität einzubringen sowie etwas zum guten Gelingen beizutragen. Weiter sollen dabei die Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und etwas durchzuziehen trainiert werden», schreibt Meier-Moreno. Gemeinsame Erlebnisse in Kleingruppen, besonders auch ausserhalb des Lindenhauses, sollen Jugendliche einander näherbringen, Vorurteile abbauen helfen und ein Miteinander entstehen lassen. Diese positiven Erlebnisse und Gefühle sollen und dürfen in den Treff zurückgenommen und mit den anderen geteilt werden. Es soll dazu führen, dass das Lindenhaus von den Jugendlichen nicht nur zum Chillen genützt wird, sondern um aktiv zu sein und etwas in Bewegung zu setzen.

Beratung, Bewerbung, Aufgabenhilfe

Auch im vergangenen Jahr seien wieder Beratungsgespräche, Bewerbungs- und Hausaufgabenhilfe angeboten worden. Und wie in den vorangehenden Jahren hätten die Jugendlichen das Angebot rege beansprucht. Bei den Bewerbungs- und Hausaufgabenhilfe verzeichnete man eine Zunahme um 255%. Dies sei auf die vielen regelmässigen Besucherinnen und Besucher zurückzuführen, welche im letzten Schuljahr stünden und eine Lehrstelle suchten oder bereits über eine verfügten, jedoch vom zukünftigen Lehrbetrieb die Auflage erhalten hätten, ihre Schulnoten stabil zu halten.

Auf der Ebene der Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit habe man, nebst den Grenchner Schulen, auch mit den Elternvereinigungen aus den Quartierschulhäusern neue Kontakte geknüpft und intensiviert. «Mit der Elternvereinigung Kastels sind wir daran, ein Präventionsprojekt auf die Beine zu stellen, welches im März 2020 durchgeführt wird. Unsere Jugendarbeiterinnen haben die Möglichkeit erhalten, während der Elternabenden eine Kurzpräsentation über ihre Arbeit und das Lindenhaus abzuhalten».

Schulklassen aus dem Schulkreis Eichholz hätten das Lindenhaus mit ihren Lehrpersonen besucht und sich das Ganze vor Ort angeschaut. Aus diesen Begegnungen resultierten viele neue jüngere Besucherinnen und Besucher, welche frischen Wind ins Haus gebracht und einen Generationenwechsel in Gang gesetzt hätten.

Vielfältige Aktivitäten das ganze Jahr hindurch

Im Sommer fand das Open House Fest statt, Kinder und Jugendliche gestalteten eine Skulptur für 30 Jahre UNO-Kinderrechtskonvention. Das Lindenhaus war zum ersten Mal mit einem neuen Angebot am Weihnachtsmarkt, wo die Kinder Lebkuchen verzieren konnten.

Mit den beiden ausgebildeten Jugendarbeiterinnen sei das Lindenhaus sehr gut unterwegs, schreibt Lindenhaus-Präsident Meier-Moreno. «Dank kleineren Projekten rücken die Beziehungsarbeit und das gegenseitige Vertrauen zwischen Jugendarbeit und Besucherinnen und Besucher ins Zentrum. Dadurch entsteht mehr Qualität in der Jugendarbeit, von welcher alle Beteiligten profitieren können, ganz im Sinne der Kinder- und Jugendförderung.»

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