Der Busbetrieb Grenchen und Umgebung BGU hat ein erfolgreiches Jahr 2016 hinter sich. Verwaltungsratspräsident Peter Vogt begrüsste anlässlich der Generalversammlung 25 Aktionäre im Sunnepark, die 3592 der insgesamt 4895 Stimmen vertraten. Vogt verwies in seinen Ausführungen auf den Geschäftsbericht. In diversen Bereichen konnte man sich steigern.

So erwirtschaftete der BGU dank guter Verkaufszahlen des Tarifverbunds Libero in der Sparte «Kurs» trotz weniger gefahrenen Kilometern – von 1,059 Mio. km im 2015 sank die Strecke auf 1,023 Mio. km – 17'353 Franken mehr. In der Sparte Extrafahrten und Auftragsfahrten konnte man auf der Ertragsseite eine markante Steigerung von 110'736 Franken verzeichnen.

Auch die gefahrenen Kilometer für Extrafahrten erhöhte sich von 2730 km im 2015 auf 16 083 Kilometer. Hauptgrund dafür waren die Schülertransporte zwischen Berufsfachschulen und den CIS-Hallen in Solothurn, welche mit einem neu angeschafften Doppelstockbus durchgeführt wurden. Dieser konnte zudem in den schulfreien Zeiten für andere Extrafahrten eingesetzt werden.

Im Geschäftsbericht werden auch die grössten Herausforderungen für die Zukunft genannt: So ist der Verteilschlüssel des Tarifverbunds Libero für die Jahre 2018 und 2019 nicht vorteilhaft ausgefallen. Die Post, die BLS und die SBB seien die Gewinner des neuen Einnahmeverteilschlüssels und man müsse mit markant tieferen Erträgen rechnen, heisst es.

Aus diesem Grund müssten die Abgeltungen von Bund und Kantonen für diese Jahre erhöht werden. Der Anstieg der Abgeltungsbeiträge von Bund, Kanton und Gemeinden von 2015 auf 2016 beträgt 12'000 Franken oder 0,31 Prozent. Vogt ergänzte, dass man bereits eine Offerte für die notwendigen Abgeltungen 2018/19 eingereicht habe, was faktisch zu einer Verlagerung im Deckungsgrad von effektiven Einnahmen zu Abgeltungen zur Folge habe.

Sowohl der Geschäftsbericht als auch die Rechnung, die mit einem positiven Ergebnis von 5634 Franken schliesst und der Bilanzgewinn, der auf die neue Rechnung vorgetragen wird von 39'528 Franken, wurden einstimmig genehmigt, dem Verwaltungsrat Décharge erteilt.
Kein Wechsel im Verwaltungsrat

Peter Vogt als Präsident und Vertreter der Industrie, und Hubert Bläsi als Vizepräsident und Vertreter des Kantons Solothurn wurden an der Generalversammlung einstimmig im Amt bestätigt, ebenso die übrigen Verwaltungsratsmitglieder: Franklin Cooper, Vertreter der Berner Gemeinden und Präsident der Autobusbetrieb Biel-Meinisberg AG, Barbara Leibundgut, Gemeindepräsidentin von Bettlach, François Scheidegger, Stadtpräsident von Grenchen, Fabian Schmid, Direktor der RBS, Silvia Spycher, Gemeindepräsidentin von Selzach, die sich entschuldigen liess, Martin Tschumi als Vertreter der Platzbanken und Max Wolf, Gemeindepräsident von Lengnau. Im Weiteren wurde auch die BDO AG als Revisionsstelle für ein weiteres Jahr bestätigt.

15 Jahre Warten sind genug

Pierre Pestalozzi, Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz 1 informierte in seinem Referat über die Verlängerung der Linie 34 ab Lengnau Sportplatz nach Biel ins Bözingenfeld zur Rolex sowie nach Orpund, Byfang. Man sei hier in die Realisationsphase eines dreijährigen Versuchs getreten. Die Netzlücke zwischen Biel und Grenchen soll nach etlichen, erfolglosen Anläufen nun endlich geschlossen werden. «Es war ein zermürbender Prozess, der immer wieder vertagt wurde», so Pestalozzi.

Als bekannt wurde, dass CSL Behring nach Lengnau kommt, unternahm man einen neuen Anlauf. Die Einführung ist auf den 10 Dezember 2017 geplant. Ab dann sollen durch Eilkurse zwischen dem Bahnhof Grenchen Nord und der Rolex im Bözingenfeld Biel die bisherigen Werktransporte der Rolex abgelöst werden. Gleichzeitig wird die Linie 34 zur Hauptverkehrszeit stündlich die Industriezone Lengnau bedienen und fährt stündlich nach Orpund – ein lange gehegter Wunsch der Gemeinde.

Der Versuch soll pro Jahr 378'000 Franken kosten. Laut Pestalozzi übernimmt der Kanton Bern rund 33% der Kosten, 176'000 Franken, 75'300 Franken oder 20% werden durch die Verkehrserträge erwirtschaftet, den Rest von 176'700 Franken übernehmen die zwei grossen Firmen Rolex und CSL Behring sowie die sechs Berner Gemeinden und die Stadt Grenchen, die als einzige den jährlichen Betrag von 9'800 Franken noch nicht gutgeheissen hat. 95% der Beträge seien unter Dach und Fach, so Pestalozzi. In zwei Jahren soll dann entschieden werden, ob man den Versuch in den normalen Fahrplan überführt.