Oberer Leberberg

Mehr Effizienz, weniger Kosten: Die Sozialen Dienste werden überprüft

Soziale Dienste Oberer Leberberg, in den neuen Räumlichkeiten.

Soziale Dienste Oberer Leberberg, in den neuen Räumlichkeiten.

Die Reorganisation der Sozialen Dienste Oberer Leberberg (SDOL) konkretisiert sich. Die Verantwortlichen möchten mehr Effizienz bei der Sozialhilfe.

Die Projektgruppe «Organisationsentwicklung Soziale Dienste Oberer Leberberg SDOL» liess sich über die Ergebnisse einer Analyse und die vorgeschlagenen Massnahmen orientieren. Ziel der Reorganisation ist es vor allem, «die Abläufe zur Gewährung der Sozialhilfe grundlegend neu zu ordnen», wie es in einer Medienmitteilung der SDOL heisst.

Laut SDOL-Leiter Kurt Boner wurde der Prozess an einer Kick-off-Veranstaltung in Bettlach eingeleitet. «Alle Beteiligten sollen in den Prozess einbezogen werden», meint Boner. Die Einwohnergemeinden Grenchen, Bettlach, Selzach und Lommiswil bilden gemeinsam eine Sozialregion und betreiben über die Leitgemeinde Grenchen die «Sozialen Dienste Oberer Leberberg SDOL».

Die SDOL gaben über den Gemeinderat Grenchen im Vorjahr der Firma «implement» in Pfäffikon SZ den Auftrag, die Organisation zu analysieren und mögliche Massnahmen zur Verbesserung vorzuschlagen (Phase 1). Der Bericht liegt vor und mündet in einem Massnahmenbündel von 10 möglichen Optimierungsmöglichkeiten.
Dabei geht es laut Medienmitteilung hauptsächlich um folgende Fragestellungen:

  • Hat sich das bisherige Leitgemeindemodell (Grenchen führt das Sozialamt auch für die angeschlossenen Gemeinden mit einer gemeinsamen Sozialkommission) bewährt, ist eine Verselbstständigung der Organisation anzustreben oder drängt sich gar eine Fusion mit einer anderen Sozialregion auf?

Rolle von Netzwerk Grenchen

  • Sollen die SDOL mit dem Netzwerk Grenchen enger zusammenarbeiten oder gar zusammengeschlossen werden, um die Beschäftigungs-und Arbeitsmarktintegration frühzeitig aus einer Hand anzubieten und durchzusetzen?
  • Mit welchen Massnahmen können die Kosten der Sozialhilfe und die Verweildauer in der Sozialhilfe gesenkt werden? «Es geht dabei nicht um die Höhe der Sozialhilfe selber», präzisiert Boner auf Anfrage. Denn diese werde auf kantonaler Ebene festgelegt.
  • Wie kann das sogenannte Gegenleistungsprinzip verstärkt eingefordert werden – Sozialhilfe nur bei aktiver Mitwirkung, insbesondere an Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogrammen? «Dies scheint mir jedenfalls der praktikablere und vor allem gerechtere Weg, als die Sozialhilfe von der Verweildauer abhängig zu machen», wie das zurzeit ein Vorstoss im Kantonsrat fordert.
  • Soll eine einheitliche Anlaufstelle für Sozialleistungen geschaffen werden, mit dem Ziel «Eingliederung vor finanzieller Sozialhilfe»?
  • Wie können die Verwaltungskosten in der Sozialhilfe gesenkt werden – Trennung von rein finanzieller administrativer Sozialhilfe und begleitender fachlicher Sozialhilfe?

Missbrauch verhindern

Wie kann allfälliger Sozialhilfemissbrauch besser verhindert werden? Hier plädiert Boner dafür, vor allem beim Eintritt einer Person in die Sozialhilfe genau hinzuschauen. «Damit wird wesentlich mehr erreicht, als später Sozialhilfebezüger zu überwachen.» Obwohl auch diese Massnahme mitunter ihre Berechtigung habe.

Die Projektgruppe gab erste Schwerpunkte vor. Nunmehr sollen die Vorschläge auf ihre Umsetzungschancen (Phase 2) überprüft werden. Um den vorgeschlagenen Massnahmenplan und die Fragestellungen zu bearbeiten, wurde eine Projektorganisation aufgebaut, welche sich aus einem Leitorgan, einem Fachausschuss und einer Projektgruppe zusammensetzt.

Das Leitorgan fällt die wesentlichen Entscheide und setzt sich aus den Gemeindepräsidien der beteiligten Einwohnergemeinden und dem Präsidenten der Sozialkommission, Richard Aschberger, zusammen. Der Fachausschuss erarbeitet die Grundlagen, welche in der Projektgruppe ausdiskutiert werden. Die Projektgruppe setzt sich aus allen beteiligten Stellen und Einwohnergemeinden der SDOL, einer Vertretung des Kantons und des VSEG (Verband Solothurner Einwohnergemeinden) zusammen.

Der Prozess wurde von SDOL-Leiter Kurt Boner initiiert (wir berichteten). Als Moderator konnte Boner Marcel Châtelain, Grenchen, ehemaliger Chef des Amts für soziale Sicherheit beim Kanton, gewinnen. Laut Boner sollen die Überprüfungsergebnisse im 2. Semester 2018 vorliegen und die Grundlage für die Umsetzung (Phase 3) bilden.

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