Einwohnerstatistik
Mehr bessere Wohnungen locken Mehrbessere nach Grenchen

Die Stadt Grenchen wächst weiter – 2011 sind, anders als 2010, wieder mehr Schweizer zugezogen. Der Ausländeranteil ist nur leicht gewachsen, und zwar von 30,9 auf 31,2 Prozent.

Patrick Furrer
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Blick auf die Stadt Grenchen

Blick auf die Stadt Grenchen

Felix Gerber

Dass in Grenchen vermehrt in moderne Wohnüberbauungen investiert wird, zahlt sich offenbar aus: Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Zahl der in der Stadt wohnenden Schweizerinnen und Schweizer um 43 abgenommen hatte, lebten per 31. Dezember 2012 wieder 29 Schweizerinnen und 39 Schweizer mehr in Grenchen als zwölf Monate davor. Dies zeigt die aktuelle Jahresstatistik des Einwohnerbestandes.

Roland Schär, Chef Einwohnerdienste Stadt Grenchen, sagt: «Attraktive Überbauungen wie Zuhause am Girardplatz oder Leben im Zentrum bei der Raiffeisenbank locken wieder mehr gut situierte Menschen nach Grenchen.» Obwohl man aufgrund von Personalengpässen die Jahresstatistik noch nicht habe fertig auswerten können, stehe fest, dass auch viele Ex-Grenchner wieder zurückkehren. Ein Grossteil sind ältere Semester, oftmals besser situierte. Kaum verwunderlich, wurde in Grenchen zuletzt eben viel in altersgerechten Wohnraum investiert. Dennoch, relativiert Schär, seien auch die «billigen» Wohnungen immer noch sehr stark gefragt – gerade bei von auswärts kommenden Sozialhilfebezügern.

Ausländeranteil steigt nur minim

Die Gesamteinwohnerzahl hat um gut ein Prozent zugenommen, trotzdem wurde die 16500er-Marke noch nicht (ganz) geknackt. Per Ende 2012 lebten insgesamt 16477 Menschen in Grenchen. Der Ausländeranteil ist nur leicht gewachsen, und zwar von 30,9 auf 31,2 Prozent. Vor 20 Jahren lag dieser noch bei knapp 20 Prozent.

Wer was glaubt und wer wie lebt: Details aus der Einwohnerstatistik

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AZ

Angeführt wird die Liste der ausländischen Wohnbevölkerung weiterhin von den Italienern mit 7,4 Prozent oder 1220 Personen – das sind 13 mehr als per Ende 2011. Weiterhin auf dem Vormarsch sind die Deutschen, deren Zahl um 7,2 Prozent auf 639 Personen zugenommen hat, womit sie den serbischen Staatsangehörigen mit 644 Personen schon bald den 2. Rang ablaufen dürften. Überrascht ist Roland Schär, dass die Zahl der Spanier und Portugiesen nicht deutlicher zugenommen hat, diese liegt bei 107 respektive 125 (Vorjahr 100 und 126). Schär erklärt dies mit einer hohen Fluktuation: Viele Menschen aus den mit Arbeitslosigkeit kämpfenden Ländern Spanien und Portugal kommen für einige Zeit in die Schweiz, reisen dann aber wieder zurück ins Heimatland. Auch die Zahl der Grenzgänger aus Frankreich habe zugenommen, sagt Schär. Diese Zahl wird aber nicht statistisch erfasst.

Weniger Christen, mehr Moslems

Bei den Konfessionen hält der Rückgang bei den «klassischen» Glaubenszugehörigkeiten an, wobei mindestens ein kleiner Teil auch auf Todesfälle zurückzuführen sein dürfte (im Jahr 2012 verstarben 184 Personen).

Per Ende 2012 lebten noch 4834 Katholiken in Grenchen, wovon 120 Christ-Katholiken waren. Die Anzahl der Römisch-Katholischen nahm in zwölf Monaten um 29 Personen ab, die der Reformierten gar um 136. Andererseits leben mehr Konfessionslose in Grenchen (3393), und auch die Zahl der Moslems hat weiter von 2067 auf 2129 zugenommen.

Ansonsten ist in der Statistik weniger Spektakuläres zu erfahren. Sicher ist: In Grenchen lässt es sich nach wie vor gut alt werden. Die älteste in der Uhrenstadt lebende Person – eine Frau – ist im vergangenen Jahr 105 Jahre alt geworden. Der älteste Mann wurde 100-jährig. Ebenfalls haben zwei Frauen ihren hundertsten Geburtstag feiern können.

Der Anteil der verheirateten Wohnbevölkerung nimmt zwar noch zu, allerdings weniger stark als der der ledigen und geschiedenen Paare. Auch immer mehr Verwitwete leben in Grenchen, per Ende 2012 waren dies 1195, wovon 954 Frauen.