Grenchner Witi

Mehr als ein paar hohe Veilchen sollen in der Witi gesetzt werden

In der Witi sollen verschiedene Projekte umgesetzt werden.

In der Witi sollen verschiedene Projekte umgesetzt werden.

An der Ideenbörse des Vogel- und Naturschutzvereins Grenchen (VNSG) wurden verschiedene Ideen präsentiert, die in der Grenchner Witi umgsetzt werden sollen.

Es soll wieder schwirren, zwitschern, rascheln und rumoren in der Grenchner Witi. Als Gastredner an der Ideenbörse des Vogel- und Naturschutzvereins Grenchen (VNSG) träumte Jonas Lüthy von der Rückkehr vieler abgewanderter Pflanzen- und Tierarten. «Die Austrocknung der Feuchtgebiete durch die zweite Juragewässerkorrektur und den Bau des Wititunnels waren der Tod vieler Arten», beklagte sich der wissenschaftliche Mitarbeiter im kantonalen Amt für Raumplanung.

Bagger sind schon am Werk

Lüthys Traum kann bald Wirklichkeit werden. Im Rahmen des Aktionsprogramms zur Rettung gefährdeter Tiere und Pflanzenarten will das Amt für Raumplanung in der Grenchner Witi Räume schaffen, damit sich vom Aussterben bedrohte Arten wieder ansiedeln und verbreiten können. An insgesamt elf Standorten sind Massnahmen vorgesehen.

Bereits sind die Bagger aufgefahren und haben mit den Arbeiten begonnen. Verlandete Tümpel werden ausgehoben, damit Amphibien wie die rar gewordene Kreuzkröte wieder laichen können. Das Ausholzen von Hecken wird Licht schaffen für seltene Riedpflanzen entlang des Staadkanals. Setzlinge werden gezogen, um sie später in Vernetzungsgebiete zu pflanzen.

Grosses Potenzial vorhanden

Lüthy ist überzeugt, dass in der Witi ein grosses Potenzial vorhanden ist. So hat hier zum Beispiel das hohe Veilchen sein einziges natürliches Vorkommen in der Schweiz. Das einzige Exemplar einer Riesenampfer im Kanton Solothurn steht am Staadkanal. Lüthy hofft, dass die überfahrene Kreuzkröte, die er entdeckt hat, nicht die letzte ihrer Art war. Die Aufwertungsmassnahmen sollen Braunkehlchen und Kiebitz wieder heranlocken, Brachvögeln und Laubfröschen gute Lebensbedingungen bieten. Lungenenzian und kantiger Lauch sollen ihre Blütenpracht erneut entfalten.

Hase muss durchhuschen können

«Doch die Aufwertung einzelner Standorte nützt nichts, wenn die Flächen nicht vernetzt werden. Nur wenn das Leben zirkuliert, könne es sich entfalten», erklärte Lüthy. Um solche ökologischen Vernetzungsflächen realisieren zu können, braucht es das Einverständnis der Bauern, die ihr Land zur Verfügung stellen müssen. Der Naturschützer spricht den Staader Landwirten ein grosses Lob aus. «Das halbe Dorf ist für das Projekt unterwegs.» Es ist ihm bewusst, dass das Pflegen der Vernetzungsflächen einen grossen Aufwand bedeutet. Er weiss aber auch, dass die Landwirte dadurch keinen finanziellen Verlust erleiden, da sie dafür Ausgleichszahlungen vom Bund erhalten. «Es braucht nur Freude an der Natur und die Überzeugung, dass es eine gute Sache ist», sagte Lüthy.

Oliver Gardi, Präsident des VNSG möchte dieses Projekt gerne unterstützen und sicherte tatkräftige Mithilfe durch die Vereinsmitglieder zu.

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