Letztes Jahr im August wurde die Aktion auf den Grenchenbergen zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt. Darum findet dieses Jahr eine weitere Ausgabe statt, wie 2013 in Zusammenarbeit mit der Landeigentümerin, der Burgergemeinde Grenchen, und mit organisatorischen Verbesserungen nach dem Pilotprojekt von 2013.

Der gemeinsame Bau an der Trockenmauer soll als Methode für interreligiöse Begegnungen zwischen Christen, also Protestanten und Katholiken, Muslimen und Juden aus Ländern mit interkulturellen und interreligiösen Spannungslinien dienen: Auf dem Grenchenberg, hoch gelegener Abschnitt des Röstigrabens, kommen junge Deutsch- und Welschschweizer mit Gleichaltrigen aus Irland (Katholiken und Protestanten), Israelis und Palästinensern zusammen.

In deren Heimat trennen Mauern die Gemeinschaften, hier bauen sie gemeinsam Mauern als Teil des Schweizer Kulturerbes und setzen so ein Symbol des interkulturellen Zusammenwirkens, das in hundert Jahren noch da stehen wird.

Sie dienen damit nicht nur dem interkulturellen Dialog und der Friedensarbeit, sondern auch der Schweizer Landschaft und Landwirtschaft und bringen das Schweizer Handwerk des Trockenmauerbauens in ihre Lander zurück. Denn auch dort haben Trockenmauern Tradition: Hirtenmauern in Irland und Trockenmauern in Israel und Palästina.

Untergebracht werden die Jugendlichen in der Lengnauer Skihütte. Jede Gruppe aus einem Land reist mit einem verantwortlichen Gruppenleiter an.

Diverse Ziele werden angepeilt

Ein Ziel des Projekts ist es, dass Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Ländern und Kulturen andere religiöse Traditionen und Feiern durch interkulturelle Begegnung kennenlernen. Ein anderes Ziel: Die TeilnehmerInnen lernen das Trockenmauern, ein umweltgerechtes und traditionelles Fachhandwerk, und bringen dieses Wissen zurück in ihre Heimatländer.

Aber man will noch mehr erreichen: Alle Gastländer besitzen historische und gegenwärtige Erfahrung mit Mauern, welche Bevölkerung und Kulturen voneinander trennen: in Israel und Palästina die Mauer um das Westjordanland herum, sowie in Nordirland die Peace Wall, welche Protestanten und Katholiken trennt. Das gemeinsame Bauen und Renovieren einer Mauer während des Jugendaustauschs dient als Basis für Reflexion und Diskussion über die Bedeutungen und Wirkungen von Mauern.

Nebst einem Vorbereitungs- und einem Evaluationstag für das Team dauert das gesamte Projekt acht Tage. Die Trockenmauer-Arbeit wird sechs bis acht Stunden pro Tag einnehmen, dazwischen sind interkulturelle Lern- und Begegnungsaktivitäten geplant. Ein Tag in der Lagermitte ist für einen Ausflug reserviert, zudem ist ein Besuchsnachmittag für Partner, Medien und Interessierte geplant.

Das Projekt wird unter anderem gefördert von Jugend in Aktion (neu Erasmus+), der Burgergemeinde Grenchen, der Sophie und Karl Binding Stiftung, dem Lotteriefonds des Kanton Solothurn und der Däster-Schild Stiftung Grenchen.