Büren

Marc Reist: «Bei meiner letzten Ausstellung hier war die Galerie noch eine bessere Besenkammer»

Der Schnottwiler Marc Reist zeigt in der Artis Galerie in Büren Zeichnungen, Malereien, Grafiken und Skulpturen aus den letzten acht Jahren.

Eigentlich sei es ihr ein Anliegen, junge und unbekannte Künstlerinnen und Künstler in ihrer Galerie eine Plattform zu bieten, sagt Trudi Lädrach, welche die Artis-Galerie an der Hauptstrasse betreibt. Die Ausstellung mit Marc Reist sei schon so etwas wie eine Ausnahme, aber mit Marc verbinde sie auch eine lange Geschichte. «Es ist nicht das erste Mal, dass ich hier ausstelle», sagt Reist. Nur sei die Galerie damals eine bessere Besenkammer gewesen und kein Vergleich zu jetzt.

Marc Reist und seine Frau Iris waren die ganze Woche damit beschäftigt, eine Auswahl an Werken in die Galerie zu bringen und einen geeigneten Platz für sie zu finden. Denn auch wenn es bedeutend mehr Platz gibt als bei seiner ersten Ausstellung, sei die Galerie doch eher eine Wohnung als ein musealer Ausstellungsraum.

Ein Umstand, dem man bei der Konzeption der Präsentation Rechnung tragen muss: Es gibt Heizkörper, tiefliegende Fenster mit Fensterbänken, Röhren und eine Raumhöhe von gerade mal zirka 2 m 30, wie in einer «normalen» Wohnung. Grossformatige Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen wurden für die Vernissage vom Freitag und die Ausstellung, die noch bis Mitte Februar dauert, an einen geeigneten Ort gestellt. Entstanden ist eine wirklich sehr gelungene und sehenswerte Ausstellung.

Ausstellung von Marc Reist in Büren

Ausstellung von Marc Reist

«Multiscala» ist der Begriff, mit dem Marc Reist sein Werk bezeichnet. Er fungiert dabei als Betrachter der Natur in verschiedenen Dimensionen, der das aufs Papier oder in die Form bringt, was er sieht. Durchs Mikroskop sieht man kleinste Teile und Strukturen, durch ein Fernglas oder Teleskop sieht man Strukturen im All, die sich wiederholen oder ähneln. Und auch von blossem Auge sind Strukturen und Formen sichtbar. Reist «übersetzt» diese Betrachtungen der Natur in seinen Werken, macht sie fassbar und interpretiert sie, spannt einen Bogen zwischen dem Kleinsten und dem Grössten. 

Ei als Ursprung des Lebens

In der Ausstellung kehrt eine Form immer wieder, die des Eis. Einige der gezeigten Werke nehmen Bezug auf Reists neuestes und aktuelles Projekt «Globo Uovo». Darin widmet der Künstler seine bisher grösste Arbeit in Marmor dem Thema Welt und Nahrung. Das Ei steht dabei nicht nur für Nahrung, sondern auch als Ursprung des Lebens. Reist versteht seine Arbeit als Denkanstoss zu mehr Ethik im Umgang mit Lebensmitteln. Im Rahmen der Ausstellung findet am kommenden Freitag, 27. Januar ein spezieller Anlass dazu statt (siehe Kasten).

Der Marmorblock, aus dem die Skulptur entstehen soll, wird momentan im Steinbruch von Carrara vorgefräst. Der über drei Meter lange und zwei Meter hohe Block ist rund 55 Tonnen schwer. Er soll in Kürze nach Schnottwil gebracht werden, wo Reist ihn dann in die endgültige Form bringt. Um das Ei auszuhöhlen, nahm der Künstler sogar rund 12 Kilo ab. Ansonsten hätte er nicht durch die Öffnung gepasst.

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