Der deutsche Automobilzulieferer-Konzern Mahle hat sein erst vor sieben Jahren neu gebautes Produktionswerk in Grenchen an eine Investmentgesellschaft verkauft. Dies bestätigt eine Mahle-Sprecherin auf
Anfrage. Käuferin ist die schweizerisch-deutsche Investmentgesellschaft Quantum Kapital AG. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Im Grenchner Werk, dem einzigen Schweizer Standort des Stuttgarter Konzerns, werden Sinterteile für Motoren für namhafte Kunden der europäischen Automobilindustrie gefertigt. Betroffen sind 186 Mitarbeiter. «Die Produktion dieser Sinterformteile passt nicht mehr in das strategische Kerngeschäft der Mahle Gruppe. Jedoch hat die Quantum AG schon andere Standorte zur Fertigung von Ferritmagneten und Sintermetallteilen für die Automobilindustrie», begründet Mahle-Sprecherin Andrea Arnold den Schritt.

«Kein Personalabbau»

Der Kaufvertrag wurde am 1. Juli unterzeichnet. Die Käufer-Gesellschaft wurde 2008 gegründet und sei spezialisiert auf die Übernahme und Weiterentwicklung von «Unternehmensteilen in Sondersituationen», wie Quantum-CEO Steffen Görig erklärt. Man beabsichtige, die Mahle-Produktion mit einem kürzlich übernommenen Bosch-Werk in Herne (Nordrhein-Westfalen) zu bündeln. Im Grenchner Werk sei kein Personalabbau vorgesehen, versichert Görig. «Im Gegenteil, wir werden eher noch Leute einstellen.»

Die Liegenschaft an der Neckarsulmstrasse verbleibe im Besitz der Mahle-Liegenschaftsverwaltung. Man sei Mieter, erklärt der Quantum-Chef. Die Firmen im Portfolio der Investmentgesellschaft beschäftigen rund 600 Angestellte an verschiedenen Standorten in Europa. Der Umsatz betrage rund 220 Mio. Euro. Davon entfallen rund 50 Millionen auf Grenchen.

1948 gegründet

Das Fundament der heutigen Mahle Motorkomponenten Schweiz AG wurde 1948 gelegt. Unter dem Namen Assa Sintec, hervorgegangen als Profit-Center des damaligen Uhrenkonzerns Asuag, fertigte das Unternehmen Schwermetallkomponenten für mechanische Automatikarmbanduhren. 1983 wurde das Unternehmen durch die deutsche Pleuco GmbH übernommen und in Sinterwerke Grenchen umbenannt. Ab 2000 bis heute gehörte die Grenchner Unternehmung zur global agierenden deutschen Mahle-Gruppe.