«Ich kam raus und sah den Security links neben dem Eingang am Boden liegen. Er war blass, atmete schwer und hatte eine grosse Platzwunde an der Stirn. Aber er lebte noch», sagt Fabrice*. Als DJ Evento hatte er am Wochenende im Luxory Musik aufgelegt. Plötzlich, während des Auftritts des Rappers Fard, sei es im Publikum zu einer Rauferei gekommen, dann seien die Schläger nach draussen gelaufen und der Türsteher ihnen gefolgt.

«Fard hatte zuvor das Publikum gefragt, welche Nationalitäten denn heute so da seien», erinnert sich DJ Evento. «Dann wird es zu einem Streit zwischen den Ausländern gekommen sein. Viele Leute meinten später, es sei um ein Problem zwischen Serben und Albanern gegangen.

Einige sagten auch, einer davon habe den Türsteher erstochen.» Er selbst wisse das aber nicht sicher. Er kam erst aus dem Klub, als der Security schon am Boden lag. Er weiss aber: «An Rap-Konzerten werden oft aggressive Texte gesungen. Und ein grosser Teil dieser Leute ist sehr schnell reizbar.»

Mit Schlagstock geprügelt

Draussen vor dem Eingang erblickte DJ Evento eine Art Schlagstock. Die ganze Meute sei vermutlich gemeinsam auf den Security losgegangen. «Und ich glaube, sie habe ihn auch mit diesem Stock geprügelt.»

Er sei sicher, dass der Türsteher erstochen wurde, allein des vielen Blutes wegen. Die Täter selbst sah der DJ aber nicht. Zwei Typen hätten dem Schwerverletzten dann die Blutung abgedrückt und zu trinken gegeben. Erst nach etwa fünf Minuten sei die Polizei gekommen, nach zehn die Ambulanz. Zu spät, um das Leben des 22-jährigen Securitys noch retten zu können.

Sah er die Täter wegrennen?

Vor seinem nächsten Auftritt hat der junge DJ jetzt Bammel. So etwas Grauenhaftes habe er noch nie erlebt. «Schlägereien schon, aber so schlimm war es nie.» Auch im Luxory selbst legte er nicht zum ersten Mal auf, und solche Probleme habe es nie gegeben.

Fraglich ist für ihn eher, ob die Sicherheitsleute gut genug ausgerüstet waren. «An anderen Partys haben die Securitys Schutzwesten und Schlagstöcke. Die hier hatten gar nichts.» Die Polizei habe dann nach Spuren gesucht, ein Polizist habe dauernd rumgebrüllt.

Ein Helikopter habe das Gelände mit Scheinwerfern abgesucht. Dann hätten er und ein Kollege ein paar Typen wegrennen sehen. Ob es die Täter waren? Er weiss es nicht. Die Polizei will aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine weiteren Details verraten.

Sicher ist: DJ Eventos Erzählung ist einfach eine mögliche Version. Ein Musikagent sagte dem «Bieler Tagblatt», der Türsteher habe einen Haschdealer ertappt, dessen Clique dann auf ihn losgegangen sei. (fup)

* Name der Redaktion bekannt