Wir reiben uns verwundert die Augen. Nachrichtenagenturen vermelden, russische Hackergruppen hätten erfolgreich Computernetzwerke des Verteidigungs- und Aussenministeriums Deutschlands angegriffen. Vergangenen Sommer wurden auch Schweizer Firmen Opfer solcher Attacken. Doch letzthin hatte ich das Gefühl, der Kanton Solothurn ignoriert den Cyberkrieg, geht immer noch unbekümmert seinen Weg.

Wie ich zu diesem Schluss komme? Sollten Sie Ihre Steuerunterlagen bereits gesichtet haben, werden Sie auf das A4-Kuvert stossen, mit dem Sie Ihre Steuererklärung mit den persönlichen Einkommens-, Vermögens-, Schulden- oder Krankheitsdaten der Steuerbehörde zustellen müssen. Überrascht werden Sie feststellen, dass Ihre Daten, auch im Zeitalter des fast übertriebenen Datenschutzes, nicht direkt in Solothurn landen. Die aufgedruckte Adresse lautet «Kanton Solothurn, Scan-Center, Postfach 200, 8901 Urdorf». Habe ich in der Primarschule etwas verpasst? Liegt der Kanton Solothurn in Urdorf? Zudem werden alle, die Ihren Umschlag auf dem Weg von Ihnen bis nach Urdorf in die Hände bekommen, wissen, dass sehr persönliche Daten in diesem Kuvert liegen. Auf dem Umschlag steht, dass es sich um eine Steuererklärung handelt. Hackergruppen dürfen sich freuen, sie haben nun zwei Möglichkeiten; Briefkasten leeren, Post sortieren oder sich direkt in Urdorf einloggen.

Das wird nie eintreten...? – Daran glaubten auch die deutschen Ministerien. Da erinnere ich mich gerne an Zeiten zurück, als man die Steuerunterlagen im Hôtel de Ville in die dafür bereitgestellte Urne einwerfen konnte. Und war die Abgabefrist abgelaufen, erhielt man bei der Stadtkasse unbürokratisch eine Fristverlängerung und bedankte sich dafür mit einer Schachtel Pralinen.

Nach dem Weggang von Peter Baumann wird der aus Fusionen entstandene FC Grenchen 15 einen neuen sportlichen Verantwortlichen suchen müssen. Ich hoffe, Baumanns Nachfolger werde sich nicht wie sein Vorgänger den Titel «Sportdirektor» zulegen. Diese Bezeichnung passt weder zu einer Arbeiterstadt noch zu einem Klub, der leider nur noch in der sechsthöchsten Liga spielt.

Grenchen hat deutlich weniger Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor anzubieten, als Solothurn und Olten. Es ist gut, legt unsere Wirtschaftsförderin Karin Heimann den Finger auf diesen wunden Punkt. Bleibt zu hoffen, die Kantonsregierung möge sich bei künftigen Entscheiden daran erinnern. Anderseits dürfen wir auch stolz sein, dass über 60 Prozent der Beschäftigten im zweiten Sektor (Industrie/verarbeitendes Gewerbe/Energie) tätig sind. Denn in einer Welt, in der alle nur im Dienstleistungssektor arbeiteten, würde es keine Häuser, Maschinen, Haushaltgeräte, Computer, Handys, Uhren, Autos, Eisenbahnen usw. geben.