Alle wollen mitreden in der Politik, aber Verantwortung übernehmen, das will keiner. Als Gemeinderat kenne ich sie gut, die Wasser predigenden Weintrinker. Gilt es ernst, ist plötzlich keiner mehr abkömmlich. Ganz nach dem Motto: «Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?»

Gleichzeitig zieht man den älteren Menschen das Geld aus der Tasche, will ihnen Eigentum, Erspartes und sogar den Führerausweis abnehmen. Ausgerechnet denjenigen, die etwas geleistet haben, die ein Leben lang für unseren Wohlstand geschuftet und ihre Steuern stets pünktlich abgeliefert haben. Jeder Baum und jedes Schild hat heutzutage eine Lobby, nur unsere verdienten Senioren haben keine.

In Grenchen graben wir uns sogar selber das Wasser ab. Die Zahl der oberirdischen Parkplätze wird immer weiter reduziert. Für ein neues Bauprojekt sollen jetzt auch die «EPA»-Parkplätze aufgehoben werden. Ein oberirdisches Parkfeld, das stets voll ausgelastet ist und das Gewerbe an der Bettlach- und Solothurnstrasse am Leben hält. Ja, wir haben das Coop-Parkhaus, und ja, man kann dort vergleichsweise günstig parkieren. Und doch fahren alle aufs EPA-Parkfeld, während das Coop-Parkhaus zu einem grossen Teil leer steht.

So simpel es auch ist, es stimmt halt doch: Je weiter der nächste Parkplatz von einem Ladenlokal entfernt steht, desto unattraktiver wird das Ladenlokal. So macht zum Beispiel der gut zugängliche Denner an der Friedhofstrasse bekanntlich viel bessere Umsätze als derjenige auf dem eigentlich viel zentraleren Marktplatz. Eine Studie des Tiefbauamtes der Stadt Zürich aus dem Jahr 2011 hat zudem gezeigt, dass Parkplätze in Parkhäusern weniger Umsatz generieren als Parkplätze im Strassenraum.

Die Lösung liegt auf der Hand: Als es auf dem Marktplatz noch Parkplätze gab, ging es auch dem Innenstadt-Gewerbe gut. Auch haben zu dieser Zeit stets zahlreiche Anlässe auf dem Marktplatz stattgefunden. Für eine Veranstaltung wurden die Parkplätze kurzzeitig gesperrt und danach wieder freigegeben. Parkplätze schränken die Nutzung des Marktplatzes nicht ein – sie erweitern die Möglichkeiten für Bevölkerung und Gewerbe! Weil man die Realität nicht wahrhaben will, aber wegen schliessender Ladenlokale ein schlechtes Gewissen hat, werden Steuergelder für neue Studien und Abklärungen gesprochen. Dabei ist längst Zeit für Taten statt Worte.