Parktheater Grenchen
Lieder über die Liebe, das Leben und die Menschen

Zum Abschluss der Saison gastierte Marie Louise Werth mit ihrer Band im Grenchner Parktheater: ein fulminanter Auftritt einer vielseitig Begabten.

André Weyermann
Merken
Drucken
Teilen
Marie Louise Werth mit zwei von ihren drei Mitmusikern.

Marie Louise Werth mit zwei von ihren drei Mitmusikern.

Kurz vor dem Auftritt wirft Marie Louise Werth noch einen Blick auf Beleuchtung und Bühnenbild. Offensichtlich gefällt ihr, was sie sieht. Spürbar ist ihre Vorfreude. Bereits zum achten Mal gastiert sie im Parktheater. Zu ersten Mal aber macht sie ihr Ding (keine Weihnachtslieder) mit drei Mitmusikern, gibt Ausschnitte aus früheren Produktionen sowie aus ihrem aktuellen Album «a breeze of emotions» zum Besten. Einnehmend ihre Bühnenpräsenz, sie tritt in Dialog mit den Zuschauenden, animiert sie zum Mitsingen, gibt die eine oder andere Anekdote zum Entstehen der Songs preis.

So zwanglos sie als Entertainerin wirkt, so stark ist ihr musikalisches Können. Virtuos am Piano, mit einer kraftvollen ausdrucksstarken Stimme. Mal einschmeichelnd, dann wieder satt und mitreissend. So kommen die begeisterten Personen im Saal in den Genuss von zahlreichen Eigenkompositionen und einigen Coverversionen. Und vor allem wird ihnen ein bunter Strauss an verschiedenen Stilrichtungen präsentiert. Gradliniger Pop wechselt ab mit Rock und Boogie-Woogie, Swing kommt zum Tragen, Ausflüge in den Cool Jazz bis zum Tango.

Den Blues im Blut

Man spürt es, diese Frau hat auch den Blues in sich. Die Bündner Lady am Klavier komponiert Stücke und singt in bis zu acht Sprachen – auch in ihrer Muttersprache, dem Rätoromanischen. Ihre Lieder drehen sich um das Leben, um die Menschen und um die Liebe. Exquisit ihre Mitmusiker: Heinz Affolter an der Gitarre, Beat Ramseier am Kontrabass und Charlie Weibel am Schlagzeug sind gestandene Akteure, die die musikalischen Vorgaben problemlos mitgehen, sie akzentuieren. Marie Louise Werth ist zwar die tragende Figur, sie weiss aber um die Qualität ihrer Kollegen, gibt ihnen deshalb auch die Freiräume, um sich punktuell entfalten zu können.

Für Corinne Maier, einer der Programmverantwortlichen, war der Abschluss der Saison zugleich auch der «emotionale Höhepunkt». Sie blick zuschauermässig auf eine «durchzogene Saison» zurück. «Immerhin konnten wir die Zahl der Abonnenten halten», erklärt sie weiter. Sie unterstreicht die grosszügige Unterstützung durch Stadt und Kanton.

Und noch etwas ist ihr wichtig: «Die Zusammenarbeit mit der Parktheater-Crew um Geschäftsführer Argim Asani war sensationell. So macht es Spass.» Das Programm für die neue Saison steht bereits und beginnt am 15. September mit der bekannten Filmkomödie «Monsieur Claude und seine Töchter». Im Parktheater wird eine Mundartversion des «Häbse Theater Basel» zu sehen sein.