Leuzigen
Liebhaber von Oldtimer-Traktoren kamen voll auf ihre Kosten

Die Augen gestandener Männer glänzen mit denen der Kinder um die Wette. Dutzende alter Traktoren haben sich zur Sichlete des Jodlerklubs Burgwäldli in Leuzigen eingefunden.

Daniela Deck
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Der Deutz Jahrgang 1938 von Werner Schwab aus Oberwil paradiert schön geschmückt durch die Strassen Leutzigens

Der Deutz Jahrgang 1938 von Werner Schwab aus Oberwil paradiert schön geschmückt durch die Strassen Leutzigens

Andreas Toggweiler

Weil das traditionelle Fest am Bettag weitherum die einzige Attraktion ist, lockte es ein stattliches Publikum an.

Einst waren Traktoren eine farbenfrohe Sache und so handlich, dass mancher Gast staunte. Die Vertreter aus den Dreissigerjahren fänden problemlos auf modernen Parkfeldern Platz. «So filigran habe ich mir diese Maschinen nicht vorgestellt», staunte ein Besucher neben einer Reihe von Bührer-Traktoren am Eingang der Ausstellung.

Einer, der von dieser Marke etwas versteht, ist der Leuziger Paul Kaiser, Landwirt im Ruhestand. Er habe Gelegenheit gehabt, mehrere Traktorfabriken in Aktion zu erleben, «aber mein Herz schlägt für Bührer, weil ich selbst damit gearbeitet habe».

Umzug durchs Dorf

Zu den ältesten Exponaten gehörte der Autotraktor von Fiat mit Jahrgang 1935 aus Arch. «Der hier ist schon aus Metall. Ganz alte Autotraktoren hatten ein Holzchassis», erklärt Ernst Bohnenblust aus Rüti. Wem die Traktorveteranen gehören, war an diesem Nachmittag zweitrangig. Jeder, der etwas von ihnen versteht, gab mit dem gleichen Stolz Auskunft wie die Besitzer. Diese hatten die Maschinen poliert und teilweise mit Blumensträussen geschmückt.

Um 14 Uhr rollten die Traktoren für eine kleine Runde durchs Dorf vom Platz. Vom bemannten Motormäher bis zum mächtigen Ford von 1973 reihten die Männer ihre Fahrzeuge gemächlich in die Schlange ein.

Blauschwarze Rauchschwaden verzogen sich gegen den bleigrauen Himmel. Die einzige Frau am Steuer traf erst nach dem Umzug ein. Zügig parkte die junge Lüsslingerin Patrizia Lüthi den weinroten Steyr rückwärts in eine schmale Lücke. Ihr Traktor mit Jahrgang 1977 gehört zu den wenigen, die noch im Dienst stehen und nicht als Veteranen eingelöst sind.

Jodlerklub mit neuen Mitgliedern

Zur Feier des hohen Festtags stand am Morgen ein Gottesdienst auf dem Programm, den der Jodlerklub Burgwäldli mit Gesang umrahmte. «Sehr glücklich», äusserte sich Burgwäldli-Präsident Markus Schwab am Mittag zum Aufmarsch von Fahrzeugen und Publikum. «Wir hatten wegen des Wetters mit weniger gerechnet.» Nach der nassen Nacht hatte Petrus ein Einsehen: Erst nach dem Fahrzeug-Umzug begann es zu regnen.

Steyr 1957 von Willy Berger Solothurn
12 Bilder
Steyr 1955 von Fredi Bitzi, Kriegstetten
Motrac 1938 von Rolf Zingg,Lengnau
Lanz 1959 von Hans Rawyler, Brügg
Lanz 1952, Otto Hänni
Fordson 1961 von Ruth Nydegger, Meienried
Ford 1948
Ford 1973 von Bruno Fuhrer, Rüti
Fiat Autotraktor 1935 von Peter Olsen, Arch
Bührer 1964 von Patrick Kunz, Oberwil
Deutz 1938 von Werner Schwab, Oberwil
Bührer 1949 von H Santschi, Leizigen

Steyr 1957 von Willy Berger Solothurn

Andreas Toggweiler

Die Leute flüchteten ins Festzelt und die Mehrzweckhalle, wo sie vom Trio Christian Stäger, Rolf Däppen und Peter Holderer mit Handörgeli und Bassgeige unterhalten und von zahllosen Helferinnen währschaft verpflegt wurden. Auch die Jodler hatten einen weiteren Auftritt. In verstärkter Formation, wie der Präsident stolz betonte. Seit dem letzten Dezember habe der Klub Roger Schafer, Peter Jenzer und Reto Gassmann aufgenommen.

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