Weil das traditionelle Fest am Bettag weitherum die einzige Attraktion ist, lockte es ein stattliches Publikum an.

Einst waren Traktoren eine farbenfrohe Sache und so handlich, dass mancher Gast staunte. Die Vertreter aus den Dreissigerjahren fänden problemlos auf modernen Parkfeldern Platz. «So filigran habe ich mir diese Maschinen nicht vorgestellt», staunte ein Besucher neben einer Reihe von Bührer-Traktoren am Eingang der Ausstellung.

Einer, der von dieser Marke etwas versteht, ist der Leuziger Paul Kaiser, Landwirt im Ruhestand. Er habe Gelegenheit gehabt, mehrere Traktorfabriken in Aktion zu erleben, «aber mein Herz schlägt für Bührer, weil ich selbst damit gearbeitet habe».

Umzug durchs Dorf

Zu den ältesten Exponaten gehörte der Autotraktor von Fiat mit Jahrgang 1935 aus Arch. «Der hier ist schon aus Metall. Ganz alte Autotraktoren hatten ein Holzchassis», erklärt Ernst Bohnenblust aus Rüti. Wem die Traktorveteranen gehören, war an diesem Nachmittag zweitrangig. Jeder, der etwas von ihnen versteht, gab mit dem gleichen Stolz Auskunft wie die Besitzer. Diese hatten die Maschinen poliert und teilweise mit Blumensträussen geschmückt.

Oldtimer-Traktoren in Leuzigen

Videoimpressionen der Sichlete

Um 14 Uhr rollten die Traktoren für eine kleine Runde durchs Dorf vom Platz. Vom bemannten Motormäher bis zum mächtigen Ford von 1973 reihten die Männer ihre Fahrzeuge gemächlich in die Schlange ein.

Blauschwarze Rauchschwaden verzogen sich gegen den bleigrauen Himmel. Die einzige Frau am Steuer traf erst nach dem Umzug ein. Zügig parkte die junge Lüsslingerin Patrizia Lüthi den weinroten Steyr rückwärts in eine schmale Lücke. Ihr Traktor mit Jahrgang 1977 gehört zu den wenigen, die noch im Dienst stehen und nicht als Veteranen eingelöst sind.

Jodlerklub mit neuen Mitgliedern

Zur Feier des hohen Festtags stand am Morgen ein Gottesdienst auf dem Programm, den der Jodlerklub Burgwäldli mit Gesang umrahmte. «Sehr glücklich», äusserte sich Burgwäldli-Präsident Markus Schwab am Mittag zum Aufmarsch von Fahrzeugen und Publikum. «Wir hatten wegen des Wetters mit weniger gerechnet.» Nach der nassen Nacht hatte Petrus ein Einsehen: Erst nach dem Fahrzeug-Umzug begann es zu regnen.

Die Leute flüchteten ins Festzelt und die Mehrzweckhalle, wo sie vom Trio Christian Stäger, Rolf Däppen und Peter Holderer mit Handörgeli und Bassgeige unterhalten und von zahllosen Helferinnen währschaft verpflegt wurden. Auch die Jodler hatten einen weiteren Auftritt. In verstärkter Formation, wie der Präsident stolz betonte. Seit dem letzten Dezember habe der Klub Roger Schafer, Peter Jenzer und Reto Gassmann aufgenommen.