Insekten schwirren umher, die Vögel zwitschern, gemütliche Gespräche liegen in der Luft, genauso der Duft von verschiedenen Blumen und derjenige von Essen, das auf dem Grill brutzelt. Das schöne Osterwetter lockte die Mitglieder des Familiengartenvereins in ihr selbst  geschaffenes Naturidyll im Eichholzquartier.

Eine Familie, die gleich mehrere Festtage in ihrem Garten verbrachten und dort Ostern am Sonntag gebührend feierte, waren die Hofmanns. «Wir haben Eier ‹getütscht› und Osternester für alle von uns versteckt, also für die Kinder wie auch für die Erwachsenen. Es wurde eine grössere Suchaktion, denn wir besitzen zusammen vier Gärten und entsprechend war es ein weitläufiges Gelände, das es abzusuchen galt», erzählt der Grossvater Beat Hofmann, nicht ohne ein Schmunzeln. Die Gärten bieten für sie Erholung pur. «Jeder kann machen, worauf er gerade Lust hat. Von Gartenarbeit bis hin zu anderen Aktivitäten. Die Kinder zum Beispiel sind vorhin auf dem Schulplatz Unihockey spielen gegangen und wir Erwachsenen haben ein Boccia-Turnier ausgetragen. Am Abend gibt’s dann noch ein feines Znacht.»

Film ist längst vergessen

Auch aus dem Vorstand des Vereins sind mehrere Mitglieder in den Gärten anzutreffen. Der Präsident Rolf Vogt beispielsweise hat es sich am späten Sonntagnachmittag in einem Gartensessel mit seiner Familie gemütlich gemacht. Davor wurde an der Renovation des kleinen Weihers gearbeitet, am Samstag habe er die Zeit genutzt, um Rasen zu mähen, so Vogt. Fragt man nach dem SRF-Film, der vor einem Jahr auch den Familiengarten in ein schiefes Licht rückte, hört man: Der Schatten, den er mit sich gebracht hat, ist schon seit längerem über den Gärten verschwunden. Vogt reagiert genauso wie etliche andere am Ostersonntag befragte Mitglieder in den Gärten: «Der Grenchner Film ist vorbei und beschäftigt uns hier nicht mehr. Wir brauchen unsere Zeit lieber anders, als über einen solchen Film zu diskutieren», erklärt er. «Und er hat unserem Verein zum Glück nicht geschadet. Aber natürlich ist und bleibt der Film unter jedem Niveau. Wir sind hier fünfzehn verschiedene Kulturen in den Familiengärten: Wir kommen alle sehr gut miteinander aus und dann will man uns Rassismus anhängen, indem man eine rassistische Aussage nimmt und so tut, als wäre sie von einem Mitglied von uns gemacht worden», damit beendet Vogt dieses Thema.

Was ihn selbst an einem Garten begeistere sei, dass man hier den Alltag vergessen könne. Als Vorstand des Vereins habe man aber natürlich auch die Aufgabe zu kontrollieren, dass alle Mitglieder sich an die Regeln halten. «Zu den Regeln gehört die Sauberkeit und Pflege auf der eigenen Parzelle, das Jäten der Gartenwege und auch das kein Gift gespritzt wird», führt Vogt aus. Im Moment gebe es immer wieder mal ein Haus, das zum Verkauf ausgeschrieben werde. «Ein Garten ist natürlich mit Aufwand verbunden und für ältere Menschen ist dieser je nach dem nicht mehr tragbar.» Deswegen hätten sich einige ältere Mitglieder für einen Verkauf entschieden. Den Preis würden die betreffenden Mitglieder selber festlegen, die Preise seien sehr unterschiedlich. «Etwas Erfreuliches ist übrigens, dass es auch bezüglich Generationen immer durchmischter wird bei uns, da sich auch zunehmend junge Familien mit ihren Kindern für einen Familiengarten entscheiden», schliesst Vogt.