Grenchen
Leser diskutierten eine Fülle von Ideen für den Märetplatz

Der Ideenwettbewerb dieser Zeitung zur Belebung des Marktplatzes ist in die nächste Phase eingetreten. An einer Sitzung mit den städtischen Behörden, darunter dem Stadtpräsidenten, haben Leserinnen und Leser ihre Ideen erläutert.

Andreas Toggweiler
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Von links: Daniel Gäumann, Luzia Meister, Sandra Selmoni, Hugo Kohler, Elmira Ramadan, Lara Cattin, Adrian Wagner,Antonia Nützi, Silvan Granig und François Scheidegger diskutierten über den Marktplatz.

Von links: Daniel Gäumann, Luzia Meister, Sandra Selmoni, Hugo Kohler, Elmira Ramadan, Lara Cattin, Adrian Wagner,Antonia Nützi, Silvan Granig und François Scheidegger diskutierten über den Marktplatz.

Diese Ideen sollen je nach (auch finanzieller) Möglichkeit in künftige Planungen der Stadt einfliessen.

In einer ersten Runde hatten Vertreter der Stadt, des Gewerbes und der Polizei die über 80 Ideen für den Marktplatz gesichtet (wir berichteten). In einer zweiten Phase wurden nun einige Teilnehmende des Ideenwettbewerbs zu einer Aussprache mit den städtischen Behörden eingeladen. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass nicht möglichst ausgefallene oder nur von einer Person vorgeschlagene Ideen berücksichtigt werden, sondern Vorschläge, die von mehreren Wettbewerbsteilnehmern geäussert wurden.

Treffpunkt für Jugendliche

Folgende Wettbewerbsteilnehmer, waren an der Diskussion dabei: Antonia Nützi (Rentnerin), Sandra Selmoni (Hausfrau), Adrian Wagner (Musiklehrer) und die beiden Schülerinnen Lara Cattin und Elmira Ramadan aus dem Haldenschulhaus. Sie repräsentierten ihre Klasse, welche gleich etwa ein Dutzend Vorschläge eingereicht hatte.

«Was wir uns sehr wünschen würden, wären mehr Einkaufsmöglichkeiten beispielsweise ein Kaufhaus. Dann müssten wir nicht nach Solothurn oder Biel», meint Lara Cattin. Ihre Schulkollegin Elmira Ramadan ergänzt, dass in Grenchen ein Treffpunkt für Jugendliche der oberen Schulklassen fehle, «also für jene Jugendlichen, die zu alt fürs Lindenhaus sind, aber zu jung, um in eine Bar zu gehen. Ein solches Lokal wäre am Märetplatz schon cool», meint sie.

Antonia Nützi wünscht sich vor allem, dass es grüner und bunter wird auf dem Märetplatz: «Mir fehlen Bäume, die Schatten spenden und vor allem Sitzgelegenheiten», meint sie. Mobile Hochbeete mit Blumen oder Möglichkeiten für die Bevölkerung, darin Gemüse anzupflanzen («urban gardening») wären eine gute Ergänzung. «Mir ist bewusst, dass der Markt die Möglichkeiten einschränkt», meint sie. Attraktive temporäre Möblierungen, die man wieder wegräumen kann, seien aber sicher erhältlich.

Schatten sehnlich gewünscht

Auch Sandra Selmoni sieht das grösste Handicap beim fehlenden Schatten. «Im Sommer wird es auf dem Märetplatz unerträglich», meint sie. Die «Designerbäume» vis-à-vis der ehemaligen SWG seien jedenfalls zu wenig. Zudem werde das Areal immer wieder verschmutzt und sei deshalb unattraktiv. Die Installation eines mobilen Sonnensegels käme für sie auch infrage. Dazu wünscht sie sich auch einen attraktiveren Brunnen – «zumindest einen, der als solcher erkennbar ist».

Gleich ein Sommer- und ein Winterprogramm hat sich Adrian Wagner zurechtgelegt: Der
SoBa-Parkplatz könnte statt für Autos als Kinderspielplatz genutzt werden, überhaupt so Wagner, brauche es Angebote für Kinder bzw. für Mütter und Kinder: Spielgeräte, am Boden markierte Spiele (z. B. Himmel und Hölle) sowie Sitzgelegenheiten mit Schatten. «Auch ein kleiner Verkehrsgarten würde der Velostadt gut anstehen», meint Wagner. Die Wiese östlich vom Kino könnte von der Stadtgärtnerei bepflanzt werden. «Und es braucht einen fixen Stromanschluss beim Stadtdach.»

Im Winter könnte er sich sodann eine Kunsteisbahn vorstellen. Diese Idee werde zurzeit gerade geprüft, war von Silvan Granig vom Standortmarketing der Stadt zu erfahren. Ziel sei, am nächsten Weihnachtsmarkt damit bereit zu sein. Eine Spielskulptur, welche zurzeit auf dem Gurten steht, wurde von der Besitzerin Migros ausgeschrieben. Grenchen habe sich (mit vielen anderen) darum beworben, erklärt Granig weiter.

Eine Uhr, aber keine gewöhnliche

Wäre noch der Zytplatz, wo sich eine Uhr gut machen würde, wie man sich einig war. «Ich wünsche mir aber nicht eine, die einfach nur die Zeit anzeigt, sondern etwas Attraktives, das sich bewegt, das man beobachten kann», sagte Stadtpräsident François Scheidegger, der die zahlreichen Vorschläge der Leserinnen und Leser würdigte. «Die Stadt ist an einem lebendigen Stadtzentrum interessiert. Wir freuen uns über jede gute Idee und haben deshalb diesen Ideenwettbewerb von Anfang an unterstützt.» Allerdings fänden auf dem Marktplatz viele attraktive Anlässe statt wie Konzerte (Rock am Märetplatz»), Chürbisnacht, Weihnachtsmarkt oder dieses Jahr wieder das Grenchner Fest. Diese Veranstaltungen sollten auch weiter auf dem Platz stattfinden können, ebenso der Markt.

Manchmal brauche es nur wenig, um etwas zu erreichen. Ein Schüler aus der Klasse 3A im Schulhaus Halden hatte nämlich vorgeschlagen, auf dem Märetplatz ein gratis WLAN zu installieren. «Das ist ein Vorschlag, den wir sicher prüfen werden», sagte Scheidegger.

Symbole verstehen

Stadtbaumeister Daniel Gäumann brachte schliesslich auch noch die stadtplanerisch-architektonische Sicht ein. «Es gibt viele, die uns um einen so grossen freien Platz im Stadtzentrum beneiden. Das eröffnet enorme Möglichkeiten, die wir uns nicht verbauen dürfen.» Er rief in Erinnerung, dass die Elemente Baumgruppe, Brunnen und Stadtdach Symbole sind für den Stadtpark, den Stadtbach, der unter dem Platz fliesst und für eine Markthalle.

«Das ist alles schön und gut», meinte Sandra Selmoni, «aber mit diesen Symbolen allein können viele nichts anfangen. Sie müssen mit Leben gefüllt werden.»

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