Der Grenchner SP-Präsident und Nationalrats-Kandidat Remo Bill begründete in seiner Rede dieses Vorgehen wie folgt: «Die SP Grenchen und die SP Lengnau wollen damit ein Zeichen setzen.»

Ein gemeinsames Arbeitsamt mit einem regionalen Vermittlungszentrum RAV wäre für die Industrieregion Grenchen-Lengnau von Bedeutung. Auch die Zusammenarbeit der Feuerwehr, die Dienste der Stadtpolizei und dem Rettungsdienst von Grenchen wären für die Bevölkerung von Lengnau und Grenchen wichtig. «Es darf nicht sein, dass eine Kantonsgrenze diesem sinnvollen Vorhaben zum Wohle der Bevölkerung Grenzen setzt», meinte er unmissverständlich.

Kalter Wind in der Schweiz

Es herrsche eine kalte, unangenehme Bise im wirtschaftlichen Umfeld. Es dürfe aber nicht sein, dass-zum Teil konstruierte- Veränderungen immer nur auf dem Buckel der Schwächsten ausgetragen würden. Bill geisselte insbesondere die Aufhebung des Euro-Mindestkurses: «Das ist ein «va banque»-Spiel für die Exportwirtschaft und besonders für die Industrie in der Region Grenchen.» Im Weiteren sagte er dem Spekulantentum, das sich auch in unserer Region wieder breitmache, den Kampf an. Als unrühmliche Beispiele nannte er das Grenchner EPA-Gebäude oder das Elite in Biel. Und dem «Sunnepark» drohe nach gelungener Umnutzung des Spitals in ein Alterszentrum nun das Schicksal eines Spekulationsobjektes.

Nationalrätin Bea Heim (Starrkirch-Will) meinte ebenfalls, es sei kälter geworden in der Schweiz und machte dafür «die Rechtsnationalisten und ihre bürgerlichen Komplizen und Handlanger in Parlamenten und einschlägigen Medien» verantwortlich. Neben der Aufhebung des Euro-Mindestkurses nannte sie die «Reform» des Asylgesetzes: « Auch darum ertrinken jetzt Tausende verzweifelter Männer, Frauen und Kinder im Mittelmeer.» Kranke Menschen seien überdies so lange als Drückeberger hingestellt worden, bis die Invalidenversicherung als Selbstbedienungsladen von Arbeitsscheuen am Pranger stand und «reformiert» wurde. «Die Folge: Die Menschen sind immer noch krank, viele bekommen jetzt einfach keine Unterstützung von der IV mehr, sondern müssen auf das Sozialamt», führte sie aus und verwies darauf, dass man auch davor gewarnt habe.

Ständerat Roberto Zanetti betonte die Erfolge der Arbeiterbewegung: «Während es früher um Fragen des nackten Überlebens ging, kämpfen wir heute um eine bessere Teilhabe am Wohlstand. Dass dies nötig sei, hätten die letzten Monate gezeigt. Angesichts der momentanen schwierigen Situation müsse man sich zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen. «Nicht Krisengewinnler (gemeint sind insbesondere der SVP-Präsident und der UBS-Chef) sondern Krisenbewältiger sind gefragt. Wir bieten dazu Hand. Das haben Gewerkschaften und Beschäftigte in der Schweiz mehrfach unter Beweis gestellt.» So votierte er entschlossen für eine Koalition der Vernunft, bestehend aus Gewerkschaftsvertretern, Vertretern der politischen Mitte und der politischen Linken sowie aufgeklärten und undogmatischen Unternehmern, zur Erhaltung und zum Ausbau des Industriestandortes Schweiz.

Die Bieler Stadträtin und Nationalratskandidatin Dana Augsburger-Brom wandte sich ihrerseits gegen den Missbrauch von gewissen Worten. So sei es absolut falsch, immer wieder von Sparen zu reden, nur um weitere Steuergeschenke an die Reichen zu rechtfertigen. Zudem werde auch die Formulierung «Euro-Krise» von bürgerlichen Kreisen dazu missbraucht, schon lange Bestimmtem im Nachhinein den Anstrich der Legalität zu geben.

Beste Unterhaltung bot zudem die Truppe «Linggi Schnure». Ihr musikalisches Polit-Kabarett «gschafft» handelt von Arbeit, von den Freuden, Leiden und Träumereien der Arbeitenden. Ob süffige Popmusik, traditionelles Arbeiterlied oder französischer Chanson, die aus lauter Laien bestehende, bunte Gruppe wusste zu gefallen.