Jugendfilmtage

Lengnauer Filmemacher zeigt in Zürich ein mystisches Drama

Film-Still aus dem Kurzfilm «Porcelain Stare» von Aurel Ganz (Kamera) und Robin Ripmann (Regie).

Film-Still aus dem Kurzfilm «Porcelain Stare» von Aurel Ganz (Kamera) und Robin Ripmann (Regie).

Der 20-jährige Filmemacher Aurel Ganz aus Lengnau zeigt an den Jugendfilmtagen in Zürich den Kurzfilm «Porcelain Stare».

Ein Patrizierhaus, Porzellan-Puppen, knarrende Treppen – in der Ferne bellt ein Hund. Ein Mädchen tritt ins Haus, eine betagte Dame öffnet die Tür. Die Zuschauenden packt Spannung und leichtfüssiges Gruseln. «Porcelain Stare» heisst der Kurzfilm. Aurel Ganz und Robin Ripmann beteiligen sich mit dem Gemeinschaftswerk an den Jugendfilmtagen in Zürich vom 4. bis 8. April 2018.

Es ist für beide die Abschlussarbeit des Praktikums bei Maybaum Film Baden auf dem Weg zur dualen Fachmatur. Es gibt noch einen anderen in den Horror abdriftenden mythischen Film des Lengnauers Aurel Ganz. «Medaillon»: Wo?, Im unterirdischen Kanal? – Vielleicht gar in den Tiefen des Grenchner Römerbrunnes? Denn im nebligen Morgengrauen schweift der Blick klar vom Lengnauer Eichholzhügel über die Witi.

Der 20-jährige Aurel Ganz kam von Biel nach Lengnau. Von hier aus besuchte er die Fachschule für Kunst und Gestaltung und hat im letzten Herbst das Bachelor Studium an der Kunst-Hochschule in Lausanne begonnen. «Zu Hause hatten wir keinen TV-Apparat und Kino war nicht wichtig», sagt Aurel Ganz. Dann erhielt er zum 13. Geburtstag eine Foto-Filmkamera und das Filmemachen hat ihn gepackt. Die Filmkamera zur Konfirmation samt Filmschnittprogramm waren die logische Folge. Nach dem 10. Schuljahr sei die Fachmatur mit Praktika die ideale Ausbildung für ihn gewesen. Neben der theoretischen Ausbildung sammelte er Berufserfahrung im Filmbereich als Produktions-, Schnitt- und Kamera-Assistent. Realisierte in den Praktika Image- und Werbefilme.

Für seine privaten Projekte wagt sich der junge Filmemacher eher ans Drama und die leichte Art vom Horrorfilm. Wirklich lustige Komödien wären schwieriger. Die Themen findet er in seiner Fantasie, beim Zuhören und Zuschauen im Pendeln im Zug. Filme machen sei das eine, die Filme in der Auswertungsphase unter die Zuschauer bringen, sei eine weitere Herausforderung. Mit dem «Medaillon» habe er an den Filmtagen in Romanshorn einen dritten Rang erreicht. Bereits wurden seine Filme in den Shortfilmcorner eines weiteren grösseren Festivals aufgenommen. Da hat sich der Dreh, nicht im Römerbrunnen, dafür im Kanal unter dem Berner Rathaus gelohnt.

Samstag, 6. April, ab 20 Uhr Theater der Künste, Gessnerallee 9, Zürich

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