Reserve
Lengnau weist ein Top-Finanzergebnis aus

Eine Million Franken konnte Lengnau im 2019 in die finanzpolitische Reserve einlegen. Bei fast 10 Millionen Franken für Investitionen nahmen die flüssigen Mittel dennoch um 8 Millionen ab.

Margrit Renfer
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Gemeindepräsidentin Sandra Huber leitete ihre erste Gemeindeversammlung.

Gemeindepräsidentin Sandra Huber leitete ihre erste Gemeindeversammlung.

Margrit Renfer

Der Finanzvorsteher Frank Huber prognostizierte den 59 Stimmberechtigten an der Lengnauer Gemeindeversammlung in der Aula Dorfschulhaus trotz sehr gutem Rechnungsabschluss düsterere Wolken am Finanzhimmel. Das Dorf ist seit längerer Zeit schuldenfrei, die Liquidität nahm aber in den letzten Jahren mit den vielen Investitionen ab, und ein Ende der Bauerei ist nicht abzusehen.

Mit der Einlage in die finanzpolitische Reserve von einer Million Franken und dem positiven Ergebnis von einer halben Million in den Spezialfinanzierungen beträgt das Eigenkapital nun 48 Millionen Franken. Eine Summe, die die Anwesenden an der Gemeindeversammlung trotz der Ankündigung von ungewohnten Schulden ruhig bleiben liess. Schliesslich war nicht Budget-Gemeindeversammlung.

Dazu wurde ein weiterer nicht budgetierter Kredit von 750'000 Franken für die Sanierungen der Werkleitungen im Zusammenhang mit dem Einbau der Wärmetransportleitung von der Kändlenstrasse in den Pappelweg beschlossen. Dies sei günstiger, als wenn die alten Leitungen später separat erneuert werden müssten, hiess es.

Genehmigt wurde auch der Kredit für die Sanierung der eingedolten Sauberwasserleitung entlang der südlichen Böschung der BLS-Linie. Gemäss den Gewässerschutzbestimmungen muss der Graben für das Wasser offen gelegt und renaturiert werden.

Ehemalige Behördenmitglieder geehrt

Die rechtlichen Grundlagen für die Abgabe von Kita-Betreuungsgutscheinen mit finanziellen Konsequenzen von 50'000 bis 70'000 Franken wurden ebenfalls beschlossen. Zahlreiche ehemalige Behördenmitglieder wie der Gemeindepräsident Max Wolf wurden geehrt und verabschiedet. Die Gemeindeversammlung wurde erstmals durch Gemeindepräsidentin Sandra Huber geleitet.

Sie musste über einen Erheblichkeitsantrag für einen durch den Gemeinderat zu entscheidenden Finanzierungsbeitrag an den konkursiten Gratisanzeiger Jura-Blick abstimmen lassen (vgl. Kasten). Dem Erheblichkeitsantrag wurde von der Versammlung zugestimmt.

Jura-Blick – wie weiter?

Die Tore der Lengnauer Jura- Blick Verlag GmbH sind nach 34 Jahren zu. Die Firma ist Konkurs. Mit dem Lockdown, dem Einbruch der Inserate und der bereits vorher fragilen Finanzierung gelang die Wiederaufnahme der Tätigkeit im Juni 2020 nicht. Verleger Edi Gilomen, Verleger des Jura-Blicks, hat sich aber entschlossen, den Jura-Blick in neuer Form erscheinen zu lassen. Dies mit Blick auf eine Geschäftsübergabe an seinen Sohn in 3–4 Jahren und der Übernahme der Angestellten, der Verträgerinnen und Verträger.

In der Zwischenzeit hat sich jedoch der Verleger des bisher monatlichen Event-Magazins «Regio-Info»-Magazin bei den Inserenten des Jura-Blicks gemeldet, sein Angebot mit einem wöchentlichen «Regio-Blick» zu erweitern. Unter anderem mit einem Mitarbeiter, der fast neun Jahre lang für den Jura Blick tätig war.

Auch der «Grenchner Stadt-Anzeiger» ist bereit, in die Bresche zu springen. Der wöchentliche amtliche Anzeiger der Stadt Grenchen wird in allen Agglogemeinden, darunter auch Lengnau, verteilt. 25 000 Haushalte zwischen Büren a. A. und Selzach werden bedient, und einmal pro Monat wird eine Inserateseite fürs Lengnauer Gewerbe reserviert. Dazu erscheinen regelmässig Beiträge aus Lengnau. (mrl/at.)

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