Lengnau
Umgebaute BEKB-Fililale in Lengnau: Leistungsabbau oder erweiterte Dienstleistung?

Der Umbau des BEKB Schalters in eine 24-Stunden-Selbstbedienungszone ist für die Bank die Antwort auf veränderte Kundenbedürfnisse – für die Junge SVP ein Leistungsabbau mit der Verschiebung der Bedienungszone und von Arbeitsplätzen in den Kanton Solothurn .

Margrit Renfer
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So wie dieser Schalter in Corgémont dürfte es schon bald in Lengnau aussehen: Kein Personal, nur noch ein Automat.

So wie dieser Schalter in Corgémont dürfte es schon bald in Lengnau aussehen: Kein Personal, nur noch ein Automat.

zvg

Die BEKB baut die Schalterzone in Lengnau in eine 24-Stunden-Selbstbedienungszone um. Die drei Mitarbeitenden aus Lengnau kümmern sich ab dem 6. September in Grenchen um die Finanzbedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Hier gibt es ohne Anmeldung eine bediente Schalterzone.

Die Bedeutung des klassischen Schaltergeschäfts hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Heute steht die flexible und selbständige Erledigung von Bankgeschäften und die Nutzung des digitalen Angebotes und die persönliche Beratung im Vordergrund, sagen die Verantwortlichen der Bank. «Der bediente Bankschalter wird uns fehlen», sagen unzufriedene Stimmen aus dem Dorf. Und dies jetzt nach der UBS auch bei der BEKB. Trotz Bushaltestelle direkt vor der Bank sei der Gang nach Grenchen umständlicher.

Wenig digital affinen Menschen graut vor der Selbstbedienungszone. «Viele Bankgeschäfte wie die Bezahlung von Rechnungen oder die Anpassung von Daueraufträgen können flexibel, einfach und sicher vor Ort und wenn es für die Kunden praktisch ist erledigt werden. Bereits vorgängig wurden die Kundinnen und Kunden begleitet. Der persönliche Service wird situativ weiter angeboten»,

informiert die Bank und bedauert, dass das Gefühl von einem Serviceabbau aufkomme. Die Dienstleistung werde mit der 24-Stunden Selbstbedienungszone erweitert. Die Berater würden den Kunden in den nächsten Wochen, aber auf telefonische Anmeldung vor Ort zur Verfügung stehen.

Mit dem Home Office habe sich der Arbeitsort der Mitarbeitenden sowieso verändert. Zudem hätten zusammen mit dem Seniorennetzwerk und der Lengnauer Gemeindepräsidentin Sandra Huber in Grenchen bereits Kurse stattgefunden, die die Kunden zur Bedienung der digitalen Angebotes befähigten.

Gewohnte Schaltergeschäfte gibt es auch in Grenchen nicht. Jedoch die bediente Kundenzone mit Anleitung für das Service-Portal etwa zum Bezug von höheren Beträgen Bargeld oder dem Ausdruck von Belegen.

Wenn sich die Änderung in das digitale Banking in den letzten Jahren auch abzeichnete, für die Junge SVP ist dies ein Abbau der Dienstleistung. SVP Grossrat Mathias Mueller reichte auf deren Wunsch eine Interpellation beim Regierungsrat ein und fragt, ob es der Geschäftsführung der BEKB bewusst sei, dass aus demographischer Sicht die Schaffung einer Selbstbedienungszone keine gute Lösung sei. Gerade ältere Menschen aber auch Jüngere seien auf einen bedienten Schalter angewiesen.

Laut Verfassungsauftrag zum Betrieb einer eigenen Kantonalbank erwarte man eine zufriedenstellende Grundleistung im Bankensektor und das auch in der viertgrössten Gemeinde im Seeland. Obwohl die BEKB im Wirtschaftsraum Bern Solothurn agiert.

Die JSVP stört auch die Verschiebung von Arbeitsplätzen in einen anderen Kanton. Wer ein Tresorfach in der Filiale Lengnau gemietet hatte, muss ebenfalls auf eine andere Filiale ausweichen. «Wenigstens bleibt bis auf weiteres die Post in Lengnau», sagt Sandra Huber. Ein Lichtblick in einer unbefriedigenden Situation, in der sich alle immer mehr an die digitale Welt anzupassen haben.

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