Acht Jahre sind vergangen, seit der Gemeinderat, die Bau- und Werkkommission und die Verwaltung beschlossen haben, Lengnau wolle das Energiestadt-Label erreichen. Kontinuierlich wurde an den Instrumenten dazu gearbeitet. Das Leitbild Energie und der überkommunale Richtplan wurden erstellt, Lengnau hat sich dem Berner Energieabkommen angeschlossen.

Weil Leitbilder eine Absicht erklären und noch nicht wirklich energiewirksam sind, wurde schon bald die erste Photovoltaik-Anlage auf dem Kleinfeldschulhaus gebaut, die öffentliche Beleuchtung schrittweise auf LED umgestellt, Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen umgesetzt. Den Durchbruch zum Ziel Energiestadt brachte die Zustimmung zum Wärmverbund in Zusammenarbeit der Einwohner- und Burgergemeinde.

«Der Titel Energiestadt wird erst vergeben, wenn Leistungen messbar sind. Energiestadt ist nicht bloss PR», sagte Barbara Schwickert, Präsidentin des Trägervereins Energiestadt und Bieler Gemeinderätin bei der Übergabe des Zertifikates an der Feier auf dem Areal des Werkhofes am Rolliweg. Punkte für das Energiestadt-Label gaben auch der erneuerbare Strom in der Grundversorgung, die weiteren Projekte für Solaranlagen und vor allem, dass mit dem Wärmeverbund Abwärme aus einem Industriebetrieb genutzt wird und auch Wärme mit einheimischem, nachwachsendem Holz aus der Region für die Gemeindeliegenschaften und die Einwohner erzeugt wird. Eigentümer von Liegenschaften an der Etappe 1 profitieren im Moment bei einem sofortigen Anschluss noch von einem Förderprogramm.

Peter Abrecht erklärt den Anschluss an den Wärmeverbund.

Peter Abrecht erklärt den Anschluss an den Wärmeverbund.

Ziel ist der Gold-Award

Lengnau erreichte 55% des Potenzials zur Energiestadt. In vier Jahren muss neu zertifiziert werden. Ziel für Lengnau ist der Energy Award Gold. Dazu beitragen soll der Minergie-Standard der Mehrfach-Turnhalle und bei der Schulraumplanung. Dazu die zwei Elektrotankstellen in der Einstellhalle Ärztezentrum, die sechs Stromer Elektrovelos und das Elektroauto für die Gemeinde.

«Wirkungsvolle Massnahmen sind vor allem in der Mobilität schwierig zu erreichen und durchzuziehen», sagt Barbara Schwickert. Die kurze, heftige Zugluft an der Feier versinnbildlichte die Gegenströmung, und die Idee von Windrädern kam auf. «Mit 150 Kilo Energie bekommen wir es im zweiten Teil der Feier zu tun», sagte Gemeindepräsident Max Wolf. Schwinger Christian Stucki, der für das Eidgenössische wieder voller Energie sein will, kam zur Autogrammstunde und kontrastierte zu den feinen Modell-Rennwagen vom Team Lengnau für den Seeländer Solarcup am Stedtlifescht in Nidau. Einiges an Energie vom Dach des Werkhofes, das für rund 10 Haushalte konzipiert ist, konnte an der Feier die Musikgruppe «Swiss made CHaos» aus Brügg für ihren Sound nutzen.