Lengnau
Bodenpreise bei Baurechten sollen angepasst werden

An der Burgerversammlung wurde entschieden: Die Burgergemeinde Lengnau verkauft kein Land. Das Land wird im Baurecht abgegeben.

Margrit Renfer
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Bei alten Baurechtsverträgen fehlt der Mindestzinssatz. Das will die Gemeinde ändern.

Bei alten Baurechtsverträgen fehlt der Mindestzinssatz. Das will die Gemeinde ändern.

fotalia

Bereits seit über 50 Jahren gibt die Burgergemeinde Lengnau Land im Baurecht ab. Damit lässt sich für Private und Betriebe kostensparend bauen. Jedoch wird für das Land jährlich Zins gemäss Baurechtsvertrag fällig. Heute sind die Bodenpreise auf den alten Baurechtsverträgen in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäss und es fehlt der Mindestzinssatz. Der Burgerrat hat nun beschlossen, bei jedem Verkauf einer Liegenschaft das Vorkaufsrecht zu prüfen. Dies mit dem Ziel, die Baurechtsverträge den aktuell gültigen Verhältnissen anzupassen.

Ein solcher Baurechtsvertrag kommt dieser Tage für die Liegenschaft Industriestrasse 11, ehemals Premex, zum tragen. Die Firma WINOX aus Biel, Hersteller von Metallarmbändern, verlegt ihre Produktion in das bestehende Gebäude und baut auf der noch vorhandenen Freifläche Büroräume. Die Firma kauft den Baurechtsvertrag zu den neu offiziell geschätzten Bedingungen.

Neben den Informationen zu den Baurechten wurden an der Burgerversammlung in der Aula Dorfschulhaus weiter informiert:

Der definitive Deckbelag beim Brunnenplatz wird Ende Juni 2021 eingebaut. Bereits heute spenden die in riesigen Holztrögen eingepflanzten Bäume schatten. Das 8,4 Millionen-Projekt mit dem Bau/Umbau der beiden Bauernhäuser, dem Ärztezentrum und der Einstellhalle wird damit abgeschlossen. Alle zehn Wohnungen sind vermietet und die Inschriften auf den Brunnensteinen verkauft. Der Mehrzweckraum kann gemietet werden. Der Burgerrat hofft, Ende August das Projekt einweihen zu können.

Die Sanierung des Neuweges musste wegen Problemen mit einem Steuerungskabel der Wasserversorgung unterbrochen werden. Die Strasse wird am 21. Juni für vier Tage gesperrt.

Durch die Trockenheit in den letzten Jahren wird ein massiver Vitalitätsverlust im Wald festgestellt. Der Konflikt zwischen absterbenden Bäumen und den zahlreichen Waldbesuchern ist aus sicherheitstechnischen Gründen eine echte Herausforderung. Trotz enormem Druck auf den Rohstoff Holz wird der Einfluss auf den Holzverkauf aus dem Lengnauer Wald nicht sehr gross sein. Wenn sich die Preise in nächster Zeit etwas nach oben entwickeln, so bleibt die Schere zu den Reallohnkosten weiterhin gross. Der Holzreviervertrag mit Wald Lyss wurde Ende 2020 aufgelöst. Bis 2025 werden die hoheitlichen Leistungen für den Wald zu einem Drittel durch den Betrieb Forst Seeland und zu zwei Dritteln mit Förster Jonas Walter sichergestellt.

Zum letzten Mal in der Rechnung 2020 wurde ein Gewinn aus der Aushubmaterialdeponie verzeichnet. Die Grube ist gefüllt. In Zukunft werden noch Rekultivierungskosten anfallen. Die Gesamtrechnung 2020 der Burgergemeinde schliesst mit einem Gewinn von 6‘808 Franken ab.

Ehrung für Marathonläufer Edi Steffen

Für seine sportliche Leistung wurde der Burger Edi Steffen geehrt.

Steffen ist dieses Jahr bereits 11 Marathons gelaufen. An den Ultra-Schweizer Meisterschaften in Brugg 2020 holte er sich in der Kategorie 24-Stundenlauf die Goldmedaille mit 209,703 Kilometern. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass dies auf knappen 1 Kilometerrunden gelaufen wurde. Passend erhält der Geehrte von Burgerpräsident Martin Wolf neben dem Brotmesserset mit Energie ein Couvert, «um etwa neue Turnschuhe zu kaufen».