Der Neubau ist für die Internatsschüler des Zeitzentrums bestimmt, die zurzeit noch in den Gebäuden des alten Spitals logieren. Diese müssen aber demnächst einem Bauprojekt weichen. Im Neubau, der unter der Leitung des kantonalen Hochbauamtes erstellt wurde (der Kanton ist auch Träger der Schule), sind etwa elf Einzel- und 19 Doppelzimmer auf zwei Etagen untergebracht. Dazu Aufenthaltsräume, Nasszellen und ein Office. Die Geschossflächen betragen total 712 m2. Das Gebäude wird von der «Sleepbox» in Bettlach im Auftrag der Stiftung für die Förderung des Zeitzentrums (FZZ) gemanagt. Die Schüler entrichten für die Unterkunft einen Beitrag von rund 30 Franken pro Tag.

Handwerkskunst, nicht Gadgets

Anlässlich der Einweihung des vom Grenchner Architekturbüro Bigolin+Crivelli geplanten Modulbaus im Minergie-Standard zeigten sich alle sehr zufrieden mit dem Resultat. «Für Grenchen, das 35 Prozent seiner Arbeitsplätze in der Uhrenindustrie anbietet, ist die Uhrmacherschule von eminenter Bedeutung», so Stadtpräsident François Scheidegger. «Nicht digitale Gadgets machen die Qualität von Schweizer Uhren aus, sondern Handwerkskunst», betonte er, eine kritische Aussage des Apple-Konzernchefs konternd. Und dafür sei das Zeitzentrum eine ideale Grundlage. FZZ und die Stadt Grenchen haben je 400 000 Fr. an die Kosten der neuen Unterkunft entrichtet, die auf 2 Mio. Fr. veranschlagt werden.

Der kantonale Baudirektor Roland Fürst sprach von einem «Blitzprojekt», das bis zum 4. September im Rohbau fertiggestellt und seither in einem Schlussspurt ausgebaut wurde. Speziell gelungen seien die vorgehängte Aluminiumfassade und das Wandbild des Solothurner Künstlers Onur Dinc. Die Investition für die dritte Unterkunft der vor 130 Jahren in Solothurn gegründeten Schule habe sich gelohnt. «Sie ist auch bereits ausgebucht», so Fürst. Auch Erziehungsdirektor Remo Ankli lobte das «klare Zeichen für ein attraktives Zeitzentrum», das zurzeit insgesamt 165 Lernende hat. «Die Uhrenbranche sorgt für Nachwuchs und stärkt damit auch unser duales Berufsbildungssystem.» Unterdessen habe sogar schon die grösste Zeitung Chinas über das Zeitzentrum berichtet. FZZ-Präsident Raoul Stampfli dankte allen Beteiligten im Namen der Lernenden, der Fachgeschäfte und der Industrie und konnte den Schlüssel für das Gebäude entgegennehmen.