Orchester
Leberberger Instrumentalisten hören nach 40 Jahren auf

Wegen Mitgliederschwund wurden die Leberberger Instrumentalisten, die 1975 gegründet wurden, aufgelöst. Hingegen nennt sich der Singkreis Leberberg nun «Konzertchor Leberberg».

Fränzi Zwahlen-Saner
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René Kunz gründete in Bettlach die «Leberberger Instrumentalisten» 1975. 2011 verliess er das Orchester.
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Leberberger Instrumentalisten
Zu Glanzzeiten: Frühlingskonzert in der St. Klemenzkirche Bettlach im Jahr 2010
Das war 2007
Die Leberberger Instrumentalisten 2005

René Kunz gründete in Bettlach die «Leberberger Instrumentalisten» 1975. 2011 verliess er das Orchester.

Hansjörg Sahli

«Heute waren es noch etwa vier feste, regionale Mitglieder, die das Leberberger Orchester im ursprünglichen Vereinssinn besetzten», sagt Präsident André Hug auf die Frage, warum das vor 40 Jahren gegründete Amateur-Orchester aufgelöst wird. «Viel zu wenige, natürlich». Und das sei schon seit einigen Jahren so. «Der ursprüngliche Vereinszweck der Leberberger Instrumentalisten, dass sich das Orchester mehrheitlich aus regionalen Laienmusiker zusammensetzen sollte und bei Konzerten jeweils durch einige Profimusiker ergänzt werden soll, hat schon länger nicht mehr gepasst», erklärt Hug weiter.

«Viele Mitglieder haben sich im Lauf der Zeit altershalber zurückgezogen. Neuzugänge gab es praktisch keine mehr. So kam es, dass an den letzten Konzerten nur noch einige wenige regionale Amateure mitspielten und das Orchester immer mehr professionelle Musiker zuziehen musste.»

Sich bei der Nachwuchsförderung, beispielsweise an den Musikschulen für neue Instrumentalisten, stark zu machen, sei schwierig. «Sogar ein Violinenlehrer sagte uns, dass es fast unmöglich sei, junge Leute zum Mitmachen in einem Orchester zu gewinnen.» Die Auflösung des Orchesters habe sich somit seit einigen Jahren abgezeichnet, sagt Hug. Gegründet wurden die Leberberger Instrumentalisten 1975 von René Kunz. 1981 folgte die Gründung des Singkreises Leberberg. Chor und Orchester wurden durch die gleiche Vereinsstruktur geleitet. Während sich der Chor stets über Mitgliederzuwachs freuen kann, war das Gegenteilige bei den Instrumentalisten der Fall.

Vernunft musste siegen

An der vergangenen Generalversammlung habe man lange über das Auflösen der Leberberger Instrumentalisten gesprochen, erzählt der Präsident weiter. «Es waren auch emotionale Voten zu hören, was verständlich ist. Dennoch mussten wir einen Vernunftentscheid treffen.» Künftig sollen die Konzerte der Leberberger von kleineren Berufsorchestern begleitet werden. «Das kommt uns nicht teurer, als immer zusätzliche Musiker beizuziehen», sagt Hug zu den finanziellen Überlegungen.

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte wurde mit der Umbenennung des Singkreises Leberberg in «Konzertchor Leberberg» gesetzt. Damit würde auch klar signalisiert, über welches Repertoire der Chor verfüge, so Hug.

Bereits heute steht fest, dass die Konzertbesucher im kommenden Advent, am 28./29. November, sich in der St. Klemenzkirche in Bettlach auf ein weiteres Konzert der «Leberberger» freuen können. Unter der Leitung von Markus Oberholzer und in Begleitung der Kammerphilharmonie Europa aus Deutschland wird das Weihnachtsoratorium «Die Geburt Christi» von Heinrich von Herzogenberg aufgeführt.