Museum

Lange Schulwege und Schreiben auf Schiefertafeln

Museumsleiterin Angela Kummer und Vermittlerin Monika Bruder zeigten den Kindern, wie man früher unterrichtete.

Museumsleiterin Angela Kummer und Vermittlerin Monika Bruder zeigten den Kindern, wie man früher unterrichtete.

An einem Kindernachmittag im Kultur-Historischen Museum konnten Kinder die Schule von dazumal kennenlernen.

Am Samstag gab es im Kultur-Historischen Museum beim Kindernachmittag viel Spannendes zur Schule von anno dazumal zu entdecken. Nach einer Einführung konnten die sechs Kinder gleich selbst in die Rollen der damaligen Schulkinder schlüpfen und das Schulmaterial von früher testen. Vermittlerin Monika Bruder und Museumsleiterin Angela Kummer gestalteten den Nachmittag.

«Wisst ihr, wie die Schüler früher bestraft wurden?», fragte Bruder die Kinder. «Sie wurden geschlagen», antwortete ein Junge. «Ja, zum Beispiel mit dem Lineal auf die Finger. Heute dürfen die Lehrer das zum Glück nicht mehr. Es gab sehr viele strenge und harte Strafen.»

Lachen und reden war verboten, die Hände musste man stets flach auf dem Pult lassen und man musste gerade sitzen. Bruder, die für die Hintergrundinformationen durch die Bachtelen-Einstellung führte, zeigte mit einer Bewegung vor, wie man früher am Anfang des Unterrichts die Hände zeigen musste, damit diese auf ihre Sauberkeit überprüft wurden.

Die Kinder erfuhren auch, dass früher die Klassen mit zwischen dreissig bis vierzig Schülern doppelt so gross waren und dass Schüler aus verschiedenen Stufen ein und dieselbe Klasse besuchten.

Der Schulweg war teilweise viel länger, da nicht jedes Dorf eine Schule hatte, und zu der Zeit musste man alles zu Fuss zurücklegen. «Als Mädchen im Mädchenpensionat musste man die Haare hochstecken und lange Röcke tragen, man durfte nicht herumrennen», führte Bruder aus.

Kleine Schultaschen, teures Papier

Die Kinder konnten sich auf alte Schulstühle setzen, alte Schulbücher durchblättern, ihren Wohnort auf einer Karte suchen, in ein Lehrerpult schauen, und eine Tasche für einen Feldstecher und eine Schultasche bestaunen – beides aus echtem Leder und klein gehalten.

«Heute schleppt ihr ja viele Bücher, aber wie ihr seht, die hätten in der Schultasche keinen Platz», so Bruder. «Die Bücher blieben in der Schule und die Schüler teilten sie sich. Man ging auch öfters in die Natur, um Tiere zu beobachten, dann nahm der Lehrer den Feldstecher mit.»

Da Papier teuer war, gab es noch keine Hefte oder auch keine Aufgabenblätter wie heute. Papier wurde wenig benutzt, dann schrieb man mit Tinte. Ansonsten wurden Kreide und Schiefertafel benutzt, beispielsweise um Übungen zu lösen.

Im zweiten Teil probierten die Mädchen und Jungen fasziniert die Schreibmaterialien aus. Wenn sie wollten, konnten sie die alten Schriften nachzeichnen oder etwas eigenes schreiben. Feder und Kreide wurde beides zur Hand genommen. Nicht selten quietschte die Kreide.

Klein und schön zu schreiben, stellte sich auf den Schiefertafeln als gar nicht so leicht heraus. Schwämme und Wasser, um das Geschriebene auszuputzen, standen zur Verfügung.

Später wurden Tintenfässer und Federn hervorgenommen. Zur Stärkung gab es ein z’Vieri und am Schluss gab es noch ein Quiz zu lösen, bei dem die Kinder tüfteln und zeigen konnten, was sie gelernt hatten.

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