Als klar wurde, dass Roger Federer am Freitagabend bei Olympia den Final erreicht hatte, war Olympia nicht mehr das Einzige, was Gefallen fand, sondern in Büren an der Aare wurde das Ländtefescht seiner Tradition gerecht, und wie ein Magnet zog es junge und ältere Leute an. Wie Rolf Wälti vom OK betonte, habe man durch gute Vorarbeit wieder die Bürener Vereine wie Gastwirte zum Mitmachen bewegen können, wie auch die Musikgesellschaft Arch Leuzigen, die erstmals am Ländtefescht dabei war.

Auch das Wetter machte den Veranstaltern keinen Strich durch die Rechnung. Grillzelt, Food-Affairs, Raclettstube, Thaigarten, Fischstube, Köstlichkeiten aus den Il Grano, dazu die verschiedenen Bars mit musikalischer Unterhaltung, liessen die Ländte zu einer richtigen Food-Meile werden. Die Besucher hatten die Wahl der Qual: ob in der Shot Bar des Handballclubs oder in die Glockenbar des Turnvereins, der Fussballklub lockte mit Fischspezialitäten, während der Badmintonclub Grilladen anbot.

Wer es ruhig und gemütlich mochte, war in der Kaffeestube des gemischten Chores bestens aufgehoben. Natürlich gab es auch Unterhaltsames für die ganz Jungen, die etwas Grösseren versuchten sich an der Kletterwand. Musikalische Unterhaltung gabs in den Pubs und Bars.

Der Samstag war Dampftag

Integriert ins Ländtefescht wurde am Samstag der Dampftag. Dampf-Nostalgie pur war am Bahngelände angesagt. Die fauchende schwarz glänzende Lokomotive mit ihrem Rollmaterial erinnerte die älteren Semester an die Zeiten, als die Eisenbahn noch nicht so komfortabel ausgerüstet war wie heute, und die Waggons noch Holzbänke hatten. Im Halbstundentakt hiess es: Einsteigen und Mitfahren bei den beliebten Pendelfahrten von Büren nach Rüti und zurück. Diese Zugfahrt mit der Dampflok ward für manch kleinen Knirps auch zum Erlebnis.

Der Dampftag machte seinem Namen alle Ehre, denn zu bewundern gabs vieles: ein riesiges Dampfsägewerk bei der Arbeit, oder die Dampfwalze, ein riesiges Ungeheuer dass sich mit Pfeifen seinen Weg bahnte. Oder die niedlichen Lokomobils, die dampfgetrieben ihre Runde mit staunenden Kindern als Passagiere drehten. Und auch das gab es schon früher: eine Spielzeugeisenbahn mit Miniaturlokis. Allerdings bräuchte es schon gehörig Platz, eine solche Bahn zu Hause aufzubauen.

Doch Dampf gabs nicht nur an Land, sondern auch auf der Aare. Denn mit dem Dampfschiff «Jura» konnte man gemütlich der Ländte entlang schippern und vom Wasser aus das Treiben an Land bestaunen.