Safnern
Kyburz Sapphire liefert Präzises für Medtech, Luftfahrt und Uhren

Der Familienbetrieb Kyburz Sapphire in Safnern hat den 70. Geburtstag gefeiert.

Daniela Deck
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Die Kyburz AG aus Safnern feiert das 70-Jahr-Jubiläum
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30 Personen zählt die Belegschaft an der Industriestrasse.
Patriot Fetija erklärt den Besuchern die CNC-Bearbeitung.
Das Endprodukt hier sind Linsen, Prismen und Abdeckgläser mit Verarbeitungen, die dünner sind als ein menschliches Haar.
Kyburz AG aus Safern feiert das 70-Jahr-Jubiläum

Die Kyburz AG aus Safnern feiert das 70-Jahr-Jubiläum

Hansjörg Sahli

Harte Materialen sind ihre Spezialität: Keramiken, Rubin, Spinell-Mineralien und vor allem Saphir, wie am Namen zu erkennen ist. Das Präzisionsunternehmen Kyburz Sapphire wird heute in dritter Generation von den Geschwistern Gregor Kyburz und Lea Unterrassner-Kyburz geführt.

An der Begrüssung zum Festakt mit 110 geladenen Gästen, hauptsächlich aktuelle und pensionierte Mitarbeitende und ihre Familien, betonte Unterrassner das gegenseitige Vertrauen in der Geschäftsleitung als Fundament der Zusammenarbeit. Die Erfolgsfaktoren, die auf dem Fundament aufbauen, erklärten beim geführten Betriebsrundgang die Mitarbeitenden gleich selbst: Geduld und Gefühl, Erfahrung und Fachwissen. Dazu kommen Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein.

Eine präzise Tätigkeit für Geduldige

30 Personen zählt die Belegschaft an der Industriestrasse in Safnern. Poly- und Feinmechaniker arbeiten Hand in Hand mit Polisseuren, die aus der Holzindustrie stammen, wie Unterrassner erklärt. Sie sägen, schleifen, lasern, polieren, kleben, beschriften, waschen und reinigen vom Prototyp bis zur seriellen Herstellung die Teile: Das Endprodukt sind Linsen, Prismen und Abdeckgläser mit Verarbeitungen, die dünner sind als ein menschliches Haar.

Das Unternehmen hat sich stark entwickelt, seit Firmengründer Victor Kyburz in den Fünfzigerjahren Frau und Kinder samt dem heimischen Herd einspannte, um Achatsteine auf Schellackplatten aufzureihen und durch Erhitzen festzukleben. So konnte er die Steine im Atelier schneller und günstiger bearbeiten. So weit ein Müsterli aus der Erinnerung der Grossmutter, erzählt von Gregor Kyburz. Sie habe diesen Frühling den 100. Geburtstag feiern können.

Noch heute sind im Produktionsprozess neben mächtigen Computer gesteuerten Maschinen zwei Kochtöpfe zu finden. Sie dienen in der Waschabteilung dazu, Schellackreste von den Werkteilen zu kochen. «Je nach Verarbeitung kann es sein, dass wir einen Prototyp oder eine Serie vier- bis fünfmal zum Waschen bekommen», erklärte Mitarbeiterin Manuela.

Die Arbeit mit ultraharten Werkstücken ist nichts für Ungeduldige. Die Verarbeitung vom milchig weissen und kiloschweren Saphirrohling bis zum Postversand des Werkstücks kann drei bis vier Tage (und Nächte in Geisterschicht) Bearbeitung umfassen. «Das Rohmaterial und die Prozesszeit sind teuer», sagte Unterrassner. Dafür genügt das Endprodukt dann den höchsten Anforderungen der Präzisionsindustrie.

Matt, beschichtet, verspiegelt und durchsichtig

Nicht, dass alle fertigen Teile durchsichtig sind wie Kristall und glänzen. Manche sind speziell beschichtet, antireflex oder verspiegelt. Andere, besonders industrielle Verbrauchsmaterialien, wie Unterrassner weiter erklärte, bleiben matt. So zum Beispiel die limitierte Serie Saphir-Schlüsselanhänger, die die Firma zum Jubiläum produziert hat. Einige Stücke davon wurden im Rahmen des Wettbewerbs verlost, den die Gäste am Freitagnachmittag ausfüllen konnten. «Sollten Sie beim Wettbewerb nicht weiterwissen, pumpen Sie unsere Mitarbeitenden an», schlug die Gastgeberin verschmitzt vor.

Gesagt, getan. So lernten die Gäste, dass Kyburz Sapphire das meiste Saphirmaterial aus Russland importiert, dass dieses auf Aluminiumoxid basiert und dass der grösste Exportmarkt Deutschland ist.
Luftfahrt, Optik und Medizinaltechnik setzen ebenso auf die Produkte aus Safnern, wie die Uhrenindustrie. Als Zulieferer der letztgenannten Branche hatte Victor Kyburz das Unternehmen 1950 begonnen; mit der Bearbeitung von Rubinen für Rohwerke.