In England seien die Rockstars Paul Mc Cartney, Mick Jagger, Elton John und Rod Stewart längst durch die Queen geadelt und können sich «Sir» nennen, schreibt das Chappeli-Tüfel-Komitee in ihrer Pressemitteilung zur diesjährigen Preisverleihung. Deshalb sei es «an der Zeit, den seit Jahrzehnten als Rockmusiker und Organisator von Rockkonzerten sehr erfolgreich tätigen Kurt Moos Gilomen mit dem Chappeli-Tüfel zu adeln.» Kurt Moos Gilomens «Rock am Märetplatz» sei ein absoluter Renner, der Tausende ins Stadtzentrum bringt und alle Altersgruppen anspreche. «Schon das mehrmals ausgetragene «Rockfest» in der Schulanlage vor mehr als 20 Jahren war ein toller Event», heisst es weiter.

Gilomen trat mit verschiedenen Bands auf, unter anderem mit «Rüebli und Moos» – aus dieser Zeit stamme übrigens der Zusatz «Moos» in seinem Namen, weil er damals für manche ausschliesslich unter dieser Bezeichnung bekannt gewesen sei – Cornerband, Relax Connection und zurzeit mit Light Food, mit der er seine erste CD «Party Approved» herausgebracht hat.
Gilomen organisierte jahrelang an der MIA die musikalische Unterhaltung. Er führt in seinem Musikgeschäft an der Bielstrasse auch eine Gitarrenschule, wo er vor allem Jugendliche fördert und ihnen das Musizieren nahe bringt.

Das Chappeli-Tüfel-Komitee ist der Meinung, dass Kurt Moos Gilomens Beitrag an das kulturelle Leben in der Stadt Grenchen beträchtlich sei. «Deshalb ist er ein würdiger Chappeli-Tüfel-Träger.»

«Rockmusik gehört zur Kultur»

Gilomen zeigt sich sehr stolz darüber, diese Auszeichnung zu erhalten, wie er sagt: «Das ist eine gute Sache. Man merkt, dass man irgendwo akzeptiert ist.» Denn eigentlich mache er das schon seit rund 30 Jahren, Konzerte organisieren und selber auftreten. «Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass ich erst in den letzten zwei, drei Jahren in der Stadt Grenchen wahrgenommen werde.»

Ein «Sir» werde er wohl seinem Namen nicht voranstellen, sagt er schmunzelnd: «Mein Name, Kurt Moos Gilomen, ist schon so lang genug». Aber er finde es doch sehr schön, hätten nun auch weitere Kreise begriffen, dass Rockmusik auch zur Kultur gehöre. «Das war jahrelang nicht der Fall, aber in der Zwischenzeit hat ein Umdenken stattgefunden», so Gilomen. «Beim Rock am Märetplatz sitzen 70-Jährige neben Jungen auf demselben Bänkli und haben es gut zusammen, etwas, das es sonst nicht so schnell gibt.»

Rock am Märetplatz

Gilomen erfährt von seiner Ehre, Chappeli-Tüfel-Preisträger zu werden, mitten in den Vorbereitungen zur 5. Ausgabe des Rock am Märetplatz, welche am 6. August, also in weniger als zwei Wochen, über die Bühne geht. «Theoretisch wäre es die letzte Ausgabe, denn ich mache immer Fünfjahrespläne. Das habe ich schon beim Rockfest in früheren Jahren so gehalten.» Mittlerweile habe er aber derart viele positive Rückmeldungen, viel Zuspruch und vor allem keine Widerstände von offizieller Seite, sondern im Gegenteil Unterstützung in vielerlei Hinsicht erhalten, dass es bestimmt weiter gehe, weitergehen müsse. «Auch das professionelle Team, welches mich unterstützt, steht voll dahinter. Jeder ist tatsächlich Profi auf seinem Gebiet, ob in der Grafik, im Marketing oder der Buchhaltung, und das erst noch umsonst, ohne Gage, der Sache zuliebe.» Und ohne dieses Team wäre es sehr schwierig, den «Rock am Märetplatz» auf die Beine zu stellen, sagt Gilomen. Zumal in diesem Jahr das Event etwas aufwendiger ausfallen soll als gewöhnlich: «Wir wollen Grenchen für einen Tag einen neuen Namen geben: ‹Rockstadt Grenchen›, analog zur ‹Ba-rockstadt Solothurn›. Wir brauchen einfach etwas weniger Buchstaben, wir sind auch etwas jünger als Stadt», meint Gilomen lachend. Sogar eine eigens für den Anlass kreierte Beflaggung der Stadt wurde konzipiert.
Das Line-up steht, als Hauptact werden Span den Marktplatz rocken. Radio 32 werde übrigens erstmals einen Übertragungswagen aufstellen und während 5 Stunden live senden, so Gilomen.

Am 6. August etwa um 18 Uhr wird auch die Preisverleihung des Chappeli-Tüfels auf der Bühne stattfinden und Gilomen erhält die Statuette.