Grenchen
Künstler Marc Reist votiert gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Die Ausstellung zu Marc Reists «Globo Uovo» ist in der Schalterhalle der Regiobank in Grenchen zu sehen.

Nadine Schmid
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Künstler Marc Reist votiert gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.

Künstler Marc Reist votiert gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.

Nadine Schmid

«Die Landwirtschaft könnte laut dem FAO Welternährungsbericht 12 Milliarden Menschen ernähren, mehr Menschen also, als auf der Erde leben, aber dennoch sterben Menschen an Hunger», erklärte Künstler Marc Reist in seinem Referat anlässlich der Vernissage seiner Ausstellung, die in der Schalterhalle der Regiobank zu sehen ist.

Der Künstler aus Schnottwil betonte, wie prekär der gegenwärtige Umgang mit Nahrungsmitteln sei und auch, dass sie zu wenig Wertschätzung erhielten. «Wir können auch bei uns selbst anfangen: Wir Menschen werfen beispielsweise ungefähr 30 bis 40 Prozent unserer Lebensmittel weg, einige davon noch in Originalverpackung.» Marc Reists Projekt «Globo Uovo» soll dieser verkehrten Welt entgegenwirken:. Die Skulptur, die sich in Form eines Eis präsentieren wird, soll ein Denkanstoss zu mehr Ethik sein und die Menschen auf den Umgang mit Nahrung sensibilisieren.

Die Ausstellung kann zu den Schalteröffnungszeiten besucht werden und zeigt die ganzen Vorbereitungsarbeiten von Reist, so seine Entwürfe und Modelle, die er im Vorfeld erstellt hat. Die Erstellung der Skulptur wird diesen Sommer Italien beginnen und in der Schweiz fortgesetzt. Im nächsten Frühjahr soll sie fertig sein.

Das Ei, die Erde und der Mensch

Reist ist der Naturwissenschaftler unter den Künstlern und ein Beobachter der Natur. Bereits in der Vergangenheit hat er sich öffentlich in Texten mit Ernährung auseinandergesetzt. Bei diesem Projekt handelt es sich um seine bislang grösste Arbeit. Aus einem Marmorblock von fünfzig Tonnen will Reist die Skulptur schaffen. Wie das Ei besteht Marmor hauptsächlich aus Kalk. Die Skulptur steht für Nachhaltigkeit und soll die Verbindung von Erde und Mensch zeigen. Um die Message zu unterstreichen, wurden die Längen- und Breitengrade der Erde dabei eins zu eins auf die Skulptur übertragen.

Die Linien sind zu 23.5 Grad schräg gestellt und entsprechen damit der Neigung der Erdachse. «Das Ei ist ein Lebensmittel aber auch Ursprung von Leben und ein zerbrechliches Objekt», so Reist. Die Erde würde den Menschen ernähren und ihm das Leben geben. Das Ei sei das Kleinste, die Erde das Grösste.
Die Skulptur wird von innen her ausgehöhlt, ein Mensch wird darin stehen können. Nach dem künftigen Standort für die Skulptur wird noch gesucht.

Aus Platzgründen fand die Vernissage im Foyer des Kunsthauses statt. Nach der Projektvorstellung konnten die Anwesenden einem spannenden Podiumsgespräch beiwohnen. Franziska Bärtschi von Tischlein Deck Dich, Jürg Jäggi, Inhaber des Back-Caffees und Renato Schmitz, Leiter des privaten Bankings der Regiobank beantworteten Fragen von Regiobank-Marktgebietleiter Enzo Armellino zum Thema Ernährung.