Verleihung

Kulturpreis Grenchen: Tanz und seine Wirkung auf Menschen

Die Kulturpreise 2020 der Stadt und Region Grenchen wurden übergeben: Barbara Bernard, Regula Lüthi und Miro Nardini wurden geehrt.

Tout Granges versammelte sich am Donnerstagabend im Girardsaal des Sonderpädagogischen Zentrums Bachtelen zur Übergabe der Kulturpreise 2020 der Stadt Grenchen. Auserkoren waren die Ballettlehrerin Barbara Bernard Schildknecht, die ehemalige Lindenhaus-Leiterin Regula Lüthi für den Anerkennungspreis und der 14-jährige Schauspieler Miro Nardini für den Nachwuchs-Förderpreis.

André Weyermann, Präsident der Kulturkommission, konnte unter anderem Regierungsrat Remo Ankli, Vorsteher des Departementes für Bildung und Kultur, an der Preisübergabefeier begrüssen.
Die Laudatio der Hauptpreisträgerin Barbara Bernard wurde von Stadtpräsident François Scheidegger gehalten. Er unterstrich, dass es der erste Kulturpreis Grenchens für diese Kunstgattung ist. Immerhin wird der Preis seit 1975 vergeben.

Faszination des Augenblicks

Tanz werde bei der Aufzählung der Künste oft am Schluss genannt und führe seiner Beobachtung nach «etwas ein Nischendasein auf dem kulturellen Parkett», meinte Scheidegger einleitend. «Ich freue mich daher besonders, dass der Kulturpreis 2020 an eine Person geht, die sich in diesem Metier wahrhaft auskennt.»

Dabei sei der Tanz eine der ältesten Ausdrucksformen der Menschheit. Dass Bewegung in allen Belangen guttut, sei naheliegend. «Aber wussten Sie auch, dass eine Studie gezeigt hat, dass Paartanzen das Demenzrisiko um nicht weniger als 76 Prozent senkt?» – viel mehr noch als Lesen oder Kreuzworträtsel lösen. Auch die positive Auswirkung auf Kinder sei belegt. Eine besondere Faszination des Tanzes sei vielleicht im Ephemeren begründet. «Es ist die flüchtigste aller Künste und nur unmittelbar im Moment der Aufführung erlebbar.»

In der Laudatio würdigte er Bernards Wirken in ihren zwei Ballettschulen in Grenchen und Solothurn, welche sie nach Beendigung ihrer Bühnenkarriere seit 1981 aufgebaut hat. Dabei habe sie ein Auge für junge Talente entwickelt, welche sie förderte. «Vera Brotschi und Viviana Cali taten sich an internationalen Ballettwettbewerben hervor.»

Ballettabend am 22. Februar im Parktheater

Scheidegger erwähnte auch die Ballettabende, welche Bernard im Zweijahresrhytmus im Parktheater mit ihren Elevinnen durchführt. Am 22. Februar findet der nächste Ballettabend statt.»
Barbara Bernard bedankte sich kurz aber herzlich: Für den Preis bei der Stadt, bei ihren Schülerinnen und Schülern und bei ihrer Familie, welche ihr in schwieriger Zeit beigestanden sei. Eine Kostprobe ihres Könnens zeigte danach die talentierte Schülerin Cléa Guerry. Sie tanzte den «Sterbenden Schwan» zur Musik von Camille Saint Saëns in höchster Anmut.

Cléa Guerry tanzt an der Verleihung des Grenchner Kulturpreises 2020 den sterbenden Schwan

Cléa Guerry tanzt an der Verleihung des Grenchner Kulturpreises 2020 den sterbenden Schwan

Den Anerkennungspreis der Stadt Grenchen erhielt Regula Lüthi. Die Leiterin des Lindenhauses von 2002 bis 2014 habe stets einen speziellen Draht zu den Jugendlichen gehabt, betonte Laudatorin Corinne Maier. Regula Lüthi war und ist aber auch neben ihrer Arbeit kulturell tätig. Sie amtete im Vorstand der Kinderbilderbuchtage, war Mitinitiantin des Sonntag-Forums, einer Gesprächsrunde mit und von Grenchnerinnen und Grenchnern. Als Präsidentin der Gemeinnützigen Gesellschaft ist sie heute verantwortlich dafür, dass immer wieder kulturelle Institutionen und Anlässe unterstützt werden. «Regula Lüthi ist eine Person, die in Grenchen zahlreiche Spuren hinterlassen hat. Ihr Engagement geht weit über das übliche Mass hinaus», so Maier.

«Ich schaue vorwärts, nicht rückwärts»

«Ich schaue vorwärts, nicht rückwärts», meinte die Preisträgerin dazu und informierte über ihre gegenwärtige Tätigkeit im ehrenamtlich tätigen Team der Brocante. Dort nicht zuletzt mit dem Ziel, neues Leben in die Marktstrasse zu bringen.

Der Nachwuchsförderpreis wurde dem 14-jährigen Nachwuchsschauspieler Miro Nardini verliehen. Sandra Sieber, die Miro Nardini bereits im Alter von sechs Jahren Schauspielunterricht erteilte, erinnerte sich in ihrer Laudatio an das «intensive Spiel und das Vorstellungsvermögen» des Jungen: «Du warst der Dinosaurier, den du spieltest». Spätere Stationen waren das Kindertheater Blitz, szenische Führungen und die Freilichtspiele Grenchen sowie im Stück «Vater und Sohn» im Theateratelier Gänggi, welches Miro besonders ans Herz gewachsen sei, wie Sieber sagte. «Der Nachwuchsförderpreis soll Wertschätzung dafür sein, was er uns an Präsenz und Feinfühligkeit im Schauspiel gezeigt hat». Miro Nardini spielte denn auch zum Dank zusammen mit Lorenz Probst eine Szene aus dem besagten Stück.

Der Nachwuchspreis 2020 der Stadt Grenchen geht an den 14-jährigen Miro Nardini. An der Preisverleihung gab er zusammen mit Lorenz Probst eine Kostprobe.

Der Nachwuchspreis 2020 der Stadt Grenchen geht an den 14-jährigen Miro Nardini. An der Preisverleihung gab er zusammen mit Lorenz Probst eine Kostprobe.

Der Kulturpreis Grenchen ist mit 5000 Fr. dotiert, der Anerkennungs- und der Nachwuchsförderpreis mit je 2000 Fr.

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