«Mit Bedauern nimmt der Kirchgemeinderat Grenchen-Bettlach die Kündigung von Pfarrer Donald Hasler zur Kenntnis. Er wird die Kirchgemeinde auf Ende Oktober 2017 verlassen und im bernischen Seeland eine neue Pfarrstelle antreten.» Mit dieser Mitteilung muss die Reformierte Kirche den Abgang auch noch des letzten Pfarrers im Team vermelden.

Alles begann mit einer Kündigung, die von der Kirche selbst initiiert wurde. Aus finanziellen Gründen wurde letztes Jahr Seniorenpfarrerin Cornelia Fitz nahegelegt, den Hut zu nehmen, was sie dann auch tat. Kurz darauf kündigten Marcel Horni und der Bettlacher Pfarrer Roland Stach entschied sich für den vorgezogenen Ruhestand.

Drei vakante Pfarrstellen

Die Kirchgemeinde weist selber auf die ausserordentliche Situation hin. «Mit Pfarrer Haslers Kündigung ist die einmalige Situation eingetreten, dass innerhalb von neun Monaten das gesamte Pfarrteam der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach ausgewechselt wird.» Kirchgemeindepräsident Martin Joss sieht die Pfarrwahlkommission unter dem Vorsitz von Robert Gerber nun zusätzlich gefordert. Es seien aber bereits einige Bewerbungen für die Vakanzen eingegangen, sagt Joss auf Anfrage. Jetzt könne man voraussichtlich 300 Stellenprozente besetzen, die auch auf mehrere Personen aufteilbar seien. «Es sind flexible Lösungen möglich, beispielsweise auch mit Ehepaaren.»

Donald Hasler, der bei absehbarer definitiver Wahl eine Pfarrstelle in Vinelz und Lüscherz antreten wird, macht auf Anfrage vor allem zwei Gründe für seine Kündigung geltend. «Nach nahezu zwölf Jahren habe ich in Grenchen erreicht, was ich erreichen konnte und für einen letzten beruflichen Neustart ist die Zeit mit 55 gekommen», so der amtsälteste Grenchner Pfarrer. Als wenig zielführend sieht Hasler zudem, wie der Kirchgemeinderat die Zukunft aufgleist. «So wie die Stellen ausgeschrieben sind, will man am geografischen Pfarrkreisprinzip festhalten. Ich fände es hingegen besser, wenn man zielgruppen- und themenorientiert arbeitet.»

Dies umso mehr, als auch die Stelle des Jugendarbeiters nicht besetzt wird, wo doch gerade jetzt einige motivierte Jugendliche zu betreuen seien. Dasselbe gelte für die Seniorenarbeit.