Die Männer der Kehrichtabfuhr haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Denn viele Hausbesitzer oder Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Containern für die Müllentsorgung sind offenbar der Meinung, die Müllabfuhr sei dafür verantwortlich, die vollen Container von ihren Standplätzen bis zur Strasse zu schaffen.

Nur sind viele dieser Container regelrecht eingeschneit oder zwischen ihnen und der Strasse liegen hohe Schneewalme. «Die Container freizulegen und womöglich über gefrorene Schneewalmen zu hieven, bedeutet eine grosse Menge Mehrarbeit», sagt Gerhard Kirchhofer, der Chef des Werkhofs. Denn in den zwei Tagen der Grenchner Kehrichtabfuhr gibt es jeweils an die 1000 Container zu leeren, 267 vom Gewerbe und bis zu 700 von Privathaushalten. «Wenn wir die erst noch freischaufeln müssen, kommen wir nirgends hin», ärgert sich der Werkhofchef.

Im Entsorgungsplan des letzten Jahres wurde zwar mit Foto auf die Problematik aufmerksam gemacht. «Aber offenbar haben das die Leute längst wieder vergessen.» Eigentlich hätten die Werkhofleute das Recht, solche Container einfach stehen zu lassen. Doch das bringe nichts, dann habe man einfach später mehr zu tun. Und so hoffe man halt, dass die Leute den letztjährigen Aufruf doch noch beherzigen.

Übrigens: Auch viel Schnee auf dem Deckel sei nicht wünschenswert. «Wir wollen ja nicht Schnee in die Kebag fahren und erst noch dafür bezahlen.»

Doch nicht nur die Kehrichtabfuhr hatte mit den Auswirkungen des Winters zu schaffen. Die Leute vom Werkhof waren in den letzten Tagen und am Wochenende im Dauereinsatz, um Strassen und Trottoirs von Schnee und Eis zu befreien. Denn grundsätzlich müssen die Strassen in der Stadt schwarzgeräumt werden.

Nicht so die Bergstrasse auf den Grenchenberg, die vom BGU-Bus im Winter nur mit Ketten befahren wird. Sie wird zwar auch bis zu einem gewissen Grad geräumt, aber längst nicht so, wie die Strassen in der Stadt. Und dass man auf 1400 Metern über Meer in wirklich winterliche Gebirgsverhältnisse gelangen könne, werde von Automobilisten regelmässig unterschätzt, sagt Hugo Kohler von der Polizei Stadt Grenchen.

Am Sonntag kam es auf der Bergstrasse zu stundenlangem Stau, weil Autofahrer offenbar ohne Winterausrüstung versuchten, auf den Berg zu kommen und unterwegs stecken blieben. In der Folge wurde auch der Bus blockiert und so ging zeitweise rein gar nichts mehr. Die Stadtpolizei war mit Patrouillenfahrzeugen unterwegs und sperrte die Strasse nach oben, damit wenigstens die auf dem Berg noch runterkamen.

Einbahnregelung und Kettenobligatorium für alle

Ab sofort gilt die Einbahnregelung am Mittwochnachmittag sowie am Wochenende. Das heisst, die Ampeln unten und oben am Berg sind zu beachten. Sollten sie nicht in Betrieb sein, gibt eine Tafel über die Zeiten Auskunft, wann hoch- und wann hinuntergefahren werden darf. Ausserdem will die Polizei das Kettenobligatorium für die Bergstrasse, das seit Sonntag herrscht, auch für die nächste Zeit aufrechterhalten.

Das Kettenobligatorium gilt für alle.

Das Kettenobligatorium gilt für alle.

Das heisst, dass alle Fahrzeuge Ketten montiert haben müssen. 4×4 seien von dieser Regelung nicht ausgenommen, sagt Kohler: Fahrzeuge mit Allradantrieb müssen Ketten auf der Achse montieren, die immer angetrieben ist. «Bei den kalten Temperaturen rechnen wir in den nächsten Tagen nicht damit, dass die Strasse bald schwarzgeräumt werden kann. Und 4×4-Fahrzeuge rutschen bei der Talfahrt genauso weg wie normale. Darum gilt das Obligatorium für alle.»

Heute Mittwoch, wenn die Skilifte ihren Betrieb ab 13.30 Uhr aufnehmen, fährt der Bus um 13 und 16 Uhr ab Bahnhof Süd, retour um 14.45 und 16.45 Uhr ab Unterer Grenchenberg. Erstmals ist heute auch Nachtskifahren angesagt, von 18.30 bis 21 Uhr.