Badi Grenchen
Kritik am Badi-Wirt: Lange Wartezeit und kein Softeis

Das Prachtwetter im Mai bescherte der Badi Grenchen gute Zahlen. Die Verantwortlichen freuen sich zudem über die ersten unfallfreien Wochen. Nur die Kritik am neuen Badibeizer trübt die sonst positive Zwischenbilanz.

Daniel Trummer
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Die Stammtischrunde trifft sich regelmässig im Gartenbad. tru

Die Stammtischrunde trifft sich regelmässig im Gartenbad. tru

Solothurner Zeitung

Das Thermometer zeigt 22° für die Wassertemperatur im Gartenbad an diesem kühlen Julitag. Der harte Kern lässt sich jedoch ein vormittägliches Bad nicht nehmen. «Ein bis zwei Stunden verbringe ich täglich hier», gibt Max Obrecht bekannt. Seine Längen ist er bereits geschwommen. Ein bisschen Sport und anschliessend ein Schwatz mit Freunden im Badi-Restaurant gehören zur täglichen Struktur des Pensionierten.

«Die schönste Badeanlage weit und breit» ist die Grenchner Badi auch für Hans und Elsbeth Roth, die nach der täglichen Fitness mit Obrecht am selben Tisch sitzen. 14306 Eintritte wurden in den 25 Maitagen seit der Eröffnung gezählt. Im Juni waren es über 15000. Paul Markus Joss, der Chefbadmeister, nennt die Zahlen. «Mai spitze, Juni gut» lautet sein bisheriges Fazit. Weil im Juli viele Leute verreisen und das Wetter sich bisher nicht von der besten Seite zeigte, werden wohl keine Spitzenwerte erzielt.

Auch Jürg Vifian von der Baudirektion ist zufrieden. «Der Vorverkauf für Abonnements war sehr gut und betrieblich läufts rund», äussert er sich. «Wenn wir Bucheli und sein Meteo-Team noch bestechen, wird die heurige Saison super», scherzt der Badi-Verantwortliche.

Kritik am neuen Wirt

Lange Wartezeiten, Preiserhöhungen und zu wenig Personal in Stosszeiten werden Jürg Jaeggi von der Back-Kaffee AG vorgeworfen und das beliebte Softeis wird vermisst. «Gebt ihm doch eine Chance», lautet der Tenor bei einigen Stammgästen. Das Essen sei gut und die Bedienung angenehm. Natürlich werde der neue Inhaber mit dem langjährigen Wirtepaar Kiechl verglichen. «Jede Veränderung ist gewöhnungsbedürftig und gibt zu reden», ist man sich einig.

Die Verantwortlichen in der Baudirektion haben sich mit Jürg Jaeggi an einen Tisch gesetzt und gewisse Punkte besprochen. «Einem Bundesrat gibt man 100 Tage Zeit», schmunzelt Jaeggi, räumt aber ein, dass zu Beginn nicht alles optimal funktioniert habe. Er habe reagiert und mit fest angestellten Mitarbeitern Wartezeiten verkürzt. «Die Hamburger im Schwimmbad Büren sind teurer», verteidigt er seine Preise und erinnert an seine nachhaltigen Produkte. Jaeggi lobt die Zusammenarbeit mit den Badiangestellten und den Verantwortlichen der Stadt. Seine Glaceprodukte sind frei von Konservierungsmitteln. «Vielleicht verkaufe ich nächstes Jahr wieder Softeis», überlegt er.

«An Attraktivität gewonnen»

«Das Familienbad hat dank der Rutschbahn an Attraktivität gewonnen», weiss Chefbadmeister Joss, der seinen Posten seit sechs Jahren versieht. Natürlich gebe es ab und an Verstösse gegen die Badeordnung, erzählt er, will aber nicht dramatisieren. Oft vermisst Joss den Respekt bei Badegästen gegenüber der Anlage, den Mitbenutzern und der Ordnung. Falls Ermahnungen nicht fruchteten und eine Verwarnung nicht zum Ziel führe, würden Gäste aus dem Bad gewiesen.

Paul Markus Joss, der mit Isabell Marti, Thomas Staufer und Martin Schwab für die Sicherheit der Besucher und den Unterhalt der Anlage verantwortlich ist, wünscht sich, dass die Chlorgas-Reinigungsanlage ersetzt wird. Auch bei der Baudirektion macht man sich diesbezüglich Gedanken. Zwar bietet die Reinigung mit Chlorgas allerbeste Wasserqualität, birgt aber auch ein gewisses Sicherheitsrisiko. «Die technischen Einrichtungen sind an die 15 Jahre alt», berichtet Jürg Vifian. Vifian ist überzeugt, dass die Thematik gelegentlich in Angriff genommen wird.