Krähen können ungemein nerven. Vor allem, wenn man unmittelbar neben einer Kolonie wohnt und jeden Morgen durch den unsäglichen Lärm geweckt wird oder in sein vollgekotetes Auto unter einem Nistbaum steigen muss. Noch übler, erlebt man in der Hafebar in Solothurn den Volltreffer eines Krähenschisses ins Bierglas, wie unlängst ein Berufskollege.

Zum Glück war ich diesbezüglich bisher weitgehend verschont. Von der Dachterrasse, welche von meinen Stubentigern mitbenützt wird, muss aber auch ich ab und zu die schwarzen Vögel vertreiben.

Katze = Feind, das ist offenbar genetisch hinterlegt. Selbst wenn meine vierbeinigen Mitbewohner alles andere als potente Krähen-Nesträuber sind – 1. fressen die nix anderes als ausgewähltes Katzenfutter, 2. sind sie geschätzte zwei Kilometer Luftlinie weit von jedem Krähennest entfernt und 3. so verweichlicht, dass sie nie und nimmer so hoch auf einen Baum klettern könnten – werden sie von den doofen Krähen dermassen «ausgeschimpft», bis sie sich eingeschüchtert verkriechen.

Seit ich für einen Artikel zur «Krähenplage» recherchiert habe, sehe ich die Vögel mit etwas anderen Augen. Klar machen sie Dreck und Lärm. Aber es sind auch faszinierende und intelligente Tiere. Und sie tun das, was zu erwarten ist: Sie nisten in den Städten, wo sie Futter finden und wo sich ihre natürlichen Feinde nicht hintrauen – sofern es diese überhaupt noch gibt. Die Krähen passen sich an.

Sie mit Drohnen vertreiben, die wie Greifvögel aussehen und fliegen? Das nützt vielleicht auf Flugplätzen, aber wohl kaum bei Nistbäumen, die Krähen sind viel zu clever. Und ausserdem: Gegen Drohnen «schiesst» fast jeder, aber in dem Fall wären sie okay?? Eine wirklich verkehrte Welt ...