Die katholischen und reformierten Kirchgemeinderäte haben beschlossen, aufgrund der geringen Auslastung die Kirchenbusfahrten zu den Sonntagsgottesdiensten Ende dieses Jahres einzustellen. Insbesondere bei den Reformierten wurde der Kirchenbus praktisch nicht mehr benutzt, wie eine Statistik zeigt. «Der Bus hatte nur noch sehr vereinzelte Passagiere», erklärt Kirchenverwalter Sven Schär.

An 28 Sonntagen im ersten Halbjahr 2018 wurden nur gerade 22 Passagiere gezählt (18 Hinfahrten und nur 4 Rückfahrten), das heisst oft hatte der Bus keinen einzigen (reformierten) Passagier. «Nach der Kirche liessen sich zudem offenbar viele Kirchenbesucher von Freunden und Bekannten mitnehmen», erklärt Schär die Diskrepanz bei den Hin- und Rückfahrten. Jedenfalls zeige die Statistik klar, dass das Angebot nurmehr marginal genutzt werde.

Rund 7000 Fr. im Kosten

«Betrachtet man Kosten und Nutzen, kamen wir zum Schluss, dass man das Angebot guten Gewissens einstellen kann», erklärt Robert Gerber, als Vizepräsident des reformierten Kirchgemeinderates zuständig für die Finanzen. Immerhin hat die Gewährleistung des Angebotes die beiden Kirchen rund 7000 Fr. im Jahr gekostet. Die Kosten wurden hälftig geteilt.

«Teuer wurde es insbesondere, als wir professionelle Chauffeure engagieren mussten», erklärt Gerber weiter. Früher hat der BGU den Kirchen ein Fahrzeug (Minibus) zur Verfügung gestellt und die Kirchen stellten die Busfahrer. Später sei man zur Ansicht gelangt, dass die Fahrer der Minibusse einen Führerausweis für gewerbsmässige Personentransporte haben müssten. Es kamen seither professionelle Buschauffeure des BGU zum Einsatz, was entsprechende Kosten auslöste.

Katholiken ziehen nach

Etwas mehr Passagiere, aber auch eine schwache Frequenz hatten die Katholiken zu verzeichnen. «So drei bis vier Personen haben das Angebot im Durchschnitt genutzt», erklärt Alfred Kilchenmann, Präsident des katholischen Kirchgemeinderates, «immer etwa dieselben Personen.» Nachdem die Reformierten beschlossen hätten, den Kirchenbus abzuschaffen, habe man nachgezogen. «Denn allein können und wollen wir das nicht finanzieren», meint Kilchenmann.

Reaktionen auf den Entscheid, der in den jeweiligen Kirchenblättern publiziert wurde, habe es «eigentlich keine» gegeben, bestätigt man beiderseits. Kilchenmann glaubt allerdings, dass das Ganze an der kommenden Kirchgemeindeversammlung schon noch zum Thema wird. «Es wird sicher Diskussionen auslösen.»

Reaktionen abwarten

Bei den Kirchen macht man sich noch Gedanken, ob man den Bus durch einen internen Abholdienst ersetzen sollte. Anderseits will man zuerst einmal die Reaktionen abwarten, bevor man eine Organisation aufzieht, welche unter Umständen ebenso wenig genutzt wird. Nicht betroffen von der Abschaffung des Angebotes sind die Busfahrten zu den Gottesdiensten in der Kapelle Staad und zum Berggottesdienst auf dem Stierenberg. Hier verkehrt weiterhin ein Bus. Der Fahrplan wird jeweils im Stadtanzeiger publiziert.