Stadtbummel Grenchen

Kopflos gehandelt

Laut Angaben der Polizei handelte es sich bei einer der beiden Veranstaltungen am Samstag um eine private Party im Parktheater Grenchen.

Laut Angaben der Polizei handelte es sich bei einer der beiden Veranstaltungen am Samstag um eine private Party im Parktheater Grenchen.

Wir hoffen alle, dass wir Covid-19 allmählich in den Griff bekommen. Nur zeigen uns die in den letzten Tagen publizierten Zahlen der bestätigten Neuinfektionen, dass wir uns keinen Illusionen hingeben sollten. Der Mittwoch bescherte uns innert 24 Stunden sogar 137 Neuinfektionen. Dass am Donnerstag ein bereits positiv getesteter junger Grenchner – trotz überprüfter und kontrollierter Isolationsmassnahmen – an zwei Anlässen in Grenchen teilgenommen hat, ist schockierend. Sein Verhalten brachte nun 280 Personen in Quarantäne.

Er hat von seinem «positiven Zustand» gewusst, sein Handeln ist somit grobfahrlässig oder sogar vorsätzlich. Der Kanton wird rechtliche Schritte gegen ihn prüfen. Wer von mir erwartet, dass ich für diesen jungen Mann Verständnis aufbringe ist auf dem Holzweg. Ich habe meinen Text mehrmals «sprachlich überarbeitet», obwohl eine längere Beschimpfung noch die mildeste Strafe für ihn wäre. Bleibt nur zu hoffen, dass er niemanden angesteckt hat und daraus seine Lehren zieht.

Was lernen wir daraus? Wir sind gehalten uns genau zu überlegen, was wir wo und wann machen wollen. Solidarität und Respekt mit und gegenüber unseren Mitmenschen ist gefragt. Alles andere ist purer Egoismus und darf nicht sein. Stellen sie sich einmal vor, dass Sie oder ein Mitglied Ihrer Familie durch solch egoistisches Verhalten erkranken und Sie möglicherweise sogar Abschied nehmen müssen von ihm.

Zurzeit plant die Stadt die Aktion «Bühne frei für den Marktplatz». Bis Ende August können Vereine, Clubs usw. von einer von der Stadt zur Verfügung zur gestellten Infrastruktur profitieren. Wer trägt die Verantwortung? Mitten während der Ferienzeit wird das geplante «Festareal» zwar kaum Massen anziehen.

Aber was, wenn doch? Die Vereine selbst hatten kaum Zeit, zu planen. Die wenigsten werden so kurzfristig genügend Leute aufbieten können und solche finden, die Erfahrung haben, einen Anlass mit 300 Besuchern zu organisieren.

Diese Verantwortung kann die Stadt nicht einfach den Vereinen, Clubs und Musikformationen übertragen. Der Herr Stadtpräsident ist gefordert.

Meistgesehen

Artboard 1