«Die Tradition der Lehrerkonzerte lebt wieder auf», freute sich Ruwen Kronenberg bei seiner Begrüssung. Tatsächlich sind die in Venetien geborene Solistin am Piano und auch Kronenberg an der Musikschule Grenchen als Lehrkräfte tätig.

Bescheiden trat Silvia Carlin vor das Publikum, setzte sich an den Flügel und nach einem kurzen Innehalten beginnt sie das Präludium von Johann Sebastian Bach, die Partita Nr. 1 in B-Dur, mit kräftigem Spiel. Bald wurde ersichtlich, dass die 24-jährige Künstlerin die Melodien lebt und mit grosser Hingabe spielt. Ihre Interpretation von Robert Schumanns Allegro, Op. 8 wurde vom Publikum mit grosser Begeisterung aufgenommen. Ihre feine Dynamik und ihre akzentuierte Spielweise überzeugten vollends. Die Ballade Nr. 2 in h-Moll von Franz Liszt beginnt mit gewagter Chromatik, lässt eine düstere Stimmung entstehen und beeindruckt mit einem Allegro deciso. Die Steigerung wendet sich ganz am Ende einem lyrischen Ausdruck zu. Die äusserst anspruchsvolle Komposition gelang Silvia Carlin vorzüglich, ihre Leistung wurde mit frenetischem Applaus bedacht.

Der Abschluss des gelungenen Konzerts war Edvard Grieg gewidmet. Die Sonate für Violine und Pianoforte Nr. 2 erklang. Ruwen Kronenberg glänzte an der Violine und Silvia Carlin zeigte, dass sie nicht nur als Solistin talentiert ist. Den Beiden gelang ein ergreifendes Zusammenspiel. Die Melodien sind von fröhlichen norwegischen Volksweisen durchdrungen. Im Allegro animato, dem Finale scheint wieder der Rhythmus eines norwegischen Volkstanzes auf. Es ist ein quirliger, gut musizierter Schlagabtausch der Instrumente. Das Tempo der Sonate wir immer schneller und endet ungehobelt laut und munter. Der Charakter des Werkes erklärt sich auch dadurch, dass Grieg die Komposition während seiner Hochzeitsreise geschaffen hat. Ein Schlussbouquet, welches Freude bereitete und die Konzertbesucher in guter Stimmung in den Sonntagmittag entliess.