Grenchen

Konzert zum Gedenken an Verstorbene

Das Rossini-Vokalensemble und vorne das Quartett Onima.

Das Rossini-Vokalensemble und vorne das Quartett Onima.

Anlässlich des Ewigkeitssonntags präsentierte das Rossini-Vokalensemble gemeinsam mit dem Quartett Onima in der Markuskirche Werke von Mozart, Mendelssohn, Schumann, Fauré und Charrière.

Ein Besuch in der Markuskirche am Sonntagabend nahm den Zuhörer mit auf eine chronologische Reise durch unterschiedliche Epochen der klassischen Musik. Das Repertoire reichte vom 18. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit. Im Rahmen der 2. Bettlacher Abendmusik präsentierte das Rossini-Vokalensemble in einem gemeinsamen Projekt mit dem Quartett Onima verschiedene Werke zu Ehren der Verstorbenen.

Der Ewigkeitssonntag – auch Totensonntag genannt – ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und in der reformierten Kirche ein Gedenktag für die Verstorbenen. Trotz des schwermütig anmutenden Themenbereichs, verpasste das musikalische Programm der Thematik eine versöhnliche Note. «Wir wollten keine deprimierenden Stücke, sondern solche, die Trost spenden», erklärte Daniel Beriger, Gründer und musikalischer Leiter des Rossini-Ensembles.

Denn Musik könne sowohl Leid, Schmerz und Trauer als auch Trost, Licht, Hoffnung und Freude zum Ausdruck bringen. Auf diese Zusammenhänge ist das Konzertthema «Leid und Trost» bezogen. Es will dem Thema mit vokalen und instrumentalen Beiträgen aus verschiedenen Kontexten nachspüren. Als Inspiration für das Programm stand Beriger Mozarts «Lauretanische Litanei KV 109», Pate.

Ein selten gespieltes Frühwerk des herausragenden Komponisten, welches seinen jugendlichen frischen Elan mit einem erstaunlichen Bewusstsein für das Vergängliche und den Tod verbindet. Die «Lauretanische Litanei» in B-Dur, KV 109 (74e) besteht aus den fünf Sätzen Kyrie (Allegro); Sancta Maria, Sancta dei genitrix (andante); Salus Infirmorum (adagio – allegro moderato); Regina angelorum (vivace); Agnus Dei (Andante), in der Maria als Nothelferin und Trösterin verehrt und als Fürbitterin bei Gott in poetischen Bildern angerufen wird. Die stimmlich geschulten Chorsängerinnen und Chorsänger des Vokalensembles interpretierten die Komposition auf hohem Niveau. Mendelssohns Choralkantate «Aus tiefer Not schrei ich zu dir» in F-Dur begann wiederum mit einem verzweifelten Hilferuf aus Not und Trauer, welcher allmählich der Hoffnung auf die Gnade und Treue Gottes weichte.

Robert Schumanns Streichquartett in F-Dur – vortrefflich in Szene gesetzt durch das Quartett Onima – liess den Zuhörer eintauchen in eine Welt des Geheimnisvollen und der Fantasie. Das Stück präsentierte sich abwechselnd in zarten sowie gedämpften lebendigen Teilen und mündete in einem finalen Allegro molto vivace. Mit der «Cantique de Jean Racine» von Gabriel Fauré stand abermals die Bitte um die Gnade und Erlösung Gottes im Zentrum, welche das Publikum in Ehrfurcht und Andacht versinken liess. Abgerundet wurde das musikalische Bouquet durch die tiefgründigen Vokalwerke «We never know» und «Flowers» der Schweizer Komponistin und Dirigentin Caroline Charrière, welche den Gedichten der amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson nachempfunden sind.

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