«Wir machen schon etwas. Aber wir müssen auch wissen, was zu tun ist», kommentiert Rolf Studer die Baupublikation für eine Schutzwand entlang der östlichen Eingangsfassade der Kulturfabrik Kofmehl. Der Präsident der Stiftung zur Förderung der Jugendkultur im Kanton Solothurn, der Kofmehl-Eigentümerin, reagiert damit auf die vor über einem Jahr erlassene Verfügung der Baukommission.

Diese hatte bis Ende Mai eine Frist zur Erarbeitung von baulichen Massnahmen zum Schutz vor Immissionen gesetzt. «Wir möchten mit dem Bau der Wand erreichen, dass Ruhe in die ganze Sache kommt», hofft Studer auf eine Beilegung der juristischen Auseinandersetzung mit «einzelnen» Anwohnern.

So wurde von der Planungsfirma BSB + Partner ein Lärmschutzgutachten erarbeitet, und dieses hat offenbar ergeben, dass die Wand 3 Meter hoch sein müsste, um das angrenzende Wohnquartier wirksam gegen den Geräuschpegel draussen vor dem Kofmehl stehender Personen abzuschirmen.

Dies bedinge jedoch von der Stadt die Erteilung einer Ausnahmebewilligung, da normale Schutzwände lediglich 2 Meter hoch sind. Bei der Finanzierung der Schutzwand setzt die Stiftung auch auf die in Aussicht gestellte Eigenleistung durch die jugendlichen Kofmehl-Helferinnen und -Helfer - immer noch über 200 an der Zahl.

Auch Raucherproblem im Visier

«Wenn wir damit ein Problem lösen können, machen wir das gerne», versichert auch Pipo Kofmehl, Leiter der Kulturfabrik. Sicher werde man im Rahmen des Möglichen seitens des Kofmehl-Teams Eigenleistungen erbringen. Doch für ein solches Vorhaben brauche es auch Profis, weshalb das Solothurner Büro SSM Architekten das Projekt erarbeitet haben.

Auf 150000 Franken seien die Kosten bereits veranschlagt worden - «eine Schutzwand ist eben nie günstig», so Kofmehl. Wieweit die Kulturfabrik sich neben der Eigenleistung allenfalls sogar finanziell engagieren muss, kann er noch nicht sagen, der Verteilschlüssel sei noch offen.

Denn die Schutzwand beinhaltet auch über die ganze Länge verbunden mit dem Hallen-Trakt ein Vordach, unter dem sich rauchende Gäste aufhalten können. «Diese Lösung ist vom kantonalen Gesundheitsamt akzeptiert worden», betonen sowohl Kofmehl wie Rolf Studer. Denn bisher hatte die Kulturfabrik ein unlösbares Problem gehabt: Wegen des zusätzlichen Lärmpegels, den die Rauchenden draussen erzeugen, hatte die Stadt ursprünglich verfügt, fürs Rauchen sei im Gebäudeinneren eine Möglichkeit zu schaffen.

Eine Interimslösung mit der Raumbar als «Probe-Fumoir» hatte sich jedoch als nicht praktikabel erwiesen, und zudem verfügte der Kanton, dass in der Kulturfabrik drinnen gar nicht geraucht werden dürfe, also auch kein Fumoir bewilligt werde.

«Wir haben alles gemacht, was wir können und müssen», betont Pipo Kofmehl. Beabsichtigt ist, dass die Schutzwand auf die Saisoneröffnung Ende Sommer hin steht -, um damit jene Massnahmen zu unterstützen, die das Kofmehl-Team seit Jahren jeweils zur Lärmvermeidung ergreift.