Bettlach

Kleiner Erfolg: Post in Bettlach bekommt eine Galgenfrist

Die Post führt derzeit keine Gespräche mehr mit der Gemeinde zur Schliessung der Poststelle.

Die Post führt derzeit keine Gespräche mehr mit der Gemeinde zur Schliessung der Poststelle.

Die Post hat die Gespräche über die Schliessung der Poststelle mit der Einwohnergemeinde Bettlach sistiert. Nun will der Gemeinderat die Bevölkerung ermuntern, jetzt die Poststelle zu benutzen.

Letztes Jahr sah es ganz danach aus, als sei die Post Bettlach eine der rund 600 Poststellen, die über kurz oder lang geschlossen werden sollen. Nun hat man offenbar ein Jahr Galgenfrist gewährt bekommen. Die Post sistiert einstweilen alle Gespräche mit der Einwohnergemeinde und auch mit möglichen Partnern (also mit möglichen privaten Betreibern von Postagenturen), wie sie in einem Schreiben Mitte Dezember mitteilte. Man wolle die Mengenentwicklung 2017/2018 verfolgen und Ende 2018 /Anfang 2019 den Kontakt wieder aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.

Der Kampf war also nicht ganz vergeblich, stellte der Gemeinderat an der Sitzung letzten Dienstag fest. Die Petition mit 1450 gültigen Unterschriften zur Erhaltung der Post Bettlach, die Vorstösse beim Kanton und ein eher unerfreuliches, aber mit harten Bandagen geführtes Gespräch Anfang August von Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut und Gemeindeschreiber Gregor Mrhar mit Vertretern der Post AG, das alles zeigte Wirkung.

Noch im September letzten Jahres beschloss der Gemeinderat, nötigenfalls Widerstand gegen die Schliessung zu leisten und auch keinesfalls Hand zu bieten, um der Post AG eine Agenturlösung oder ähnlich zu präsentieren. «Wenn wir das tun, ist die Poststelle weg», hatte Leibundgut damals erklärt. 

Die Post muss bleiben

Dies bedeute höchstwahrscheinlich bloss einen Aufschub, waren sich die Gemeinderäte aber grossmehrheitlich einig. Mathias Stricker von der SP, Mitinitiant und Erstunterzeichner der Petition, bezeichnete die Sistierung der Gespräche als Teilerfolg, weil man auch nicht wisse, was in einem Jahr sei. Selbst auf Bundesebene sei einiges im Gang in dieser Beziehung. Nun habe es die Bevölkerung in der Hand, unter Beweis zu stellen, dass man die Post in Bettlach auch wirklich brauche.

Stricker stellte den Antrag, die «gute Nachricht» nicht nur wie vorgesehen per Medienmitteilung an die Bevölkerung weiterzugeben, sondern per Post ein Schreiben an jeden Bettlacher Haushalt und Betrieb zu schicken. Der Vorschlag wurde später mit 6:4 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Thomas Fessler von der CVP freute sich darüber, dass man einen Erfolg feiern könne, doch es sei nur ein kleiner Erfolg. Und auf den Vorschlag von FDP-Gemeinderat André von Arb, man müsse jetzt auch die Gewerbebetriebe dazu bewegen, nicht mehr der Einfachheit halber nach Grenchen zum Massenschalter zu fahren, sondern die Poststelle in Bettlach zu benützen, meinte Fessler: «Dann gehen die Umsätze in Grenchen zurück und die Post AG schliesst Bettlach, um Grenchen wieder rentabel zu machen, so einfach ist das.» SVP-Gemeinderat Leonz Walker meinte, man müsse jetzt damit beginnen, aktiv nach einem möglichen Partner zu suchen, der auch etwas tauge. Denn für ihn sei klar, das heisse bloss Aufschub der Schliessung um ein Jahr.

Der Rat nahm sowohl das Schreiben der Post als auch die Medienmitteilung mit wenigen Änderungen zur Kenntnis.

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