Vereinspräsident Roland Meier zückt sein Handy, tippt ein paar Mal auf den Bildschirm und schon setzt sich der Cristal Express der Montreux Oberland Bahn (MOB) sanft in Bewegung. Dies ist der Stand der Technik bei den heutigen Modellbähnlern. Die Modul Eisenbahn Gruppe Aare (MEGA) existiert sei 2007 und konnte anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Grenchenbergtunnels ihre aktuelle Anlage im Dachgeschoss des Museums aufbauen.

Wie der Name beschreibt, haben Modulanlagen die Eigenschaft, dass sie sich ohne grossen Aufwand auf- und abbauen lassen. Für den Transport vom Vereinslokal an der Jurastrasse bis die Züge verkehrten, dauerte es nur wenige Stunden und auch nach der Ausstellung, die gestern Abend zu Ende ging, war schnell weggeräumt.

Handy steuert Modelleisenbahn

Handy steuert Modelleisenbahn

Ziel der Ausstellung war es laut Meier auch, auf ein attraktives Hobby für junge Leute hinzuweisen. «Man kann mit vielfältigen Materialien arbeiten, neue Dinge ausprobieren, improvisieren», schildert Meier, der auch noch bei den Grenchner Eisenbahn-Amateuren aktiv ist, aus dem die Modulbaugruppe hervorgegangen ist. So habe man beispielsweise die 42 Weichenantriebe selber konstruiert und konnte damit viel Geld einsparen. Das Rollmaterial mit vielen Zügen der Montreux Oberland Bahn gehört den Vereinsmitgliedern.

Warum hat man gerade dieses Sujet genommen? «Wenn es um H0m-Modelle geht, also Nachbildungen von Schmalspur-Zügen, entscheiden sich die meisten für die Rhätische Bahn als Vorbild. Wir wollten bewusst etwas anderes», erklärt der Vereinspräsident. Obwohl der Verein noch jung ist, ist die Geschichte bewegt und die MOB-Anlage ist bereits die zweite. Eine erste Modulanlage hatte die Normalspur zum Vorbild, da sie aber allmählich zu gross wurde, hat man Teile davon verkauft, um Platz für Neues zu haben. Denn eine Modelleisenbahn ist nie fertig. Was für eine fixe Anlage gilt, ist bei Modulanlagen Programm: Es können immer wieder neue Teile angesetzt werden. Bei Anlagen mit Einheitsmodulen können sogar Module verschiedener Vereine kombiniert oder zusammengehängt werden.

Anlage ohne Grenzen

So stark vereinheitlicht ist die aktuelle MEGA-Anlage nicht. Die Module mit insgesamt 90 Meter Gleis sind grösser und nicht genormt. Als Schnittstelle zur übrigen Modulwelt dient aber ein Normalspur-Bahnhof, an dem für grössere Ausstellungen beliebig angedockt werden kann.

Der Anlage sind so keine Grenzen gesetzt, doch auch auf den bestehenden Modulen wartet noch eine Menge Arbeit, bis die Landschaft fertiggestellt ist. Wer die Besichtigung Anlage verpasst hat, dem bietet sich vom 14. bis 16. Mai an der grossen Modellbahnausstellung in der Tennishalle Burgdorf die nächste Gelegenheit und am 26. und 27. November am jährlichen Modellbahntreff «zu Hause» an der Jurastrasse 85.