Am Freitag feierte Klara Meyer-Tschumi im Kreis der Familie ihren 100. Geburtstag. Sie wurde, wie es bei den runden Geburtstagen üblich ist, von einer Delegation der Solothurner Kantonsregierung und des Grenchner Stadtpräsidiums besucht und beglückwünscht.

Klara Meyer-Tschumi wurde am 18. Januar 1919 als drittes von vier Kindern in Wolfisberg im Kanton Bern geboren. Bereits ihre Kindheit war geprägt von viel Arbeit: Sie hatte, wie damals üblich, im elterlichen Betrieb mitzuhelfen. Später fand sie eine Anstellung in einer Kleiderfabrik in Wangen an der Aare. Den rund 7 Kilometer langen Arbeitsweg legte sie täglich mit dem Velo, im Winter zu Fuss zurück.

1946 heiratete sie Willy Meyer, dem Paar wurden zwei Söhne geschenkt. 1954 zog die Familie um nach Grenchen, woWilly Meyer Arbeit fand. In Grenchen wurde Tochter Eva geboren.

Klara Meyer-Tschumi blieb nicht untätig: Heimarbeit ermöglichte es ihr, zu Hause bei ihren Kindern zu sein. Erst als diese aus der Schule kamen und Lehrstellen antraten, nahm sie eine Stelle bei der Firma Siegrist in Grenchen an, wo sie bis zu ihrer Pensionierung arbeitete.

Die Freizeit verbrachte Klara Meyer am liebsten im Schrebergarten. Sie erlebte dort viele gemütliche und lustige Stunden mit den Gartennachbarn, und auch für ihre Familie war der Schrebergarten ein gerne besuchter Ort: Während vieler Jahre kochte die Jubilarin jeweils für ihre Kinder und deren Nachwuchs dort das Mittagessen.

Viel gereist ist Klara Meyer-Tschumi nicht in ihrem Leben, dazu habe schlicht das Geld gefehlt. Und doch erinnert sie sich gerne an Ferien in Spanien, Südfrankreich und Italien und an Ausflüge ins Tessinoder ins Elsass.

1996 verstarb ihr Mann unerwartet und 2003 auch ihr Sohn Hans. Diese beiden herben Verluste setzten Klara Meyer sehr zu. Zunehmende Altersbeschwerden und der schwieriger werdende Alltag veranlassten die Jubilarin, in eine altersgerechte Wohnung umzuziehen, wo sie noch heute alleine lebt. Sie wird von der Spitex, den Nachbarn im Haus, guten Freunden, dem Verein Palliativcare Bettlach, ihrer Enkeltochter Nadja, ihrer Tochter Eva Affolter und deren Gatten, ihrem Schwiegersohn Hanspeter Affolter unterstützt.

Ein spezielles Rezept habe sie nicht dafür, wie man so alt werden könne, meinte die Jubilarin gestern. «Ich hätte auch gar nie Zeit gehabt dafür, denn zu meiner Zeit, da musste man noch arbeiten und gehorchen.»