Seit einem Jahr fahren die Grenchner Kirchgemeinden ein neues Kirchenbuskonzept. Das alte war ein Auslaufmodell, und zu Recht haben es die römisch-katholische und die reformierte Kirchgemeinde abgeschafft: Bis zum Fahrplanwechsel vor einem Jahr wurden die Kirchengänger sonntags mit einem grossen Linienbus der BGU zum Gottesdienst und nach diesem wieder nach Hause geführt. Ein Angebot, welches vor rund 25 Jahren eingeführt worden war, um die alternde Gemeinschaft in ihrer Mobilität zu unterstützen. Doch mit der Zeit rentierte es nicht mehr. «Die 7000 Franken jährlich für Bus und Chauffeur wurden zur Belastung», sagt Ruedi Köhli, Verwalter der reformierten Kirchgemeinde. So viel bezahlte jede der beiden Kirchgemeinden. Die Passagierzahlen waren rückläufig. Hinzu kam, dass der Fahrplan der BGU immer weniger Freiraum für solche Spezialkurse zuliess, und manche Gottesdienste so lange dauerten, dass der Bus nicht länger auf die Leute warten konnte.

Geld für neues Konzept bewilligt

Vor einem Jahr wurde deshalb das neue Kirchenbuskonzept lanciert. Die BGU stellt den Kirchen einen Kleinbus mit 15 Sitzplätzen zur Verfügung, welcher von freiwilligen Privatchauffeuren gefahren wird. Je vier katholische und reformierte Mitglieder teilen sich diese Aufgabe. Diese Lösung wurde ein Jahr provisorisch geführt. Da sie sich nun bewährt hat, wird sie definitiv eingeführt. Die je 3500 Franken jährlich wurden an den Budgetgemeindeversammlungen bewilligt. Zeitweise ist der Bus sogar übervoll, wie Ruedi Köhli erfreut feststellt.

Bei besonderen Anlässen wie einer Taufe, Firmung, Konfirmation oder einem Apéro fahren die Chauffeure auch zweimal. «Wir sind sehr froh um diese flexible Lösung», sagt Köhli. «Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Busbetrieb und den freiwilligen Chauffeuren haben wir eine Lösung gefunden, die für alle zufriedenstellend ist.»

Bus durchschnittlich halbvoll

Auch Hans-Rudolf Zumstein, Betriebsleiter des BGU, ist sehr zufrieden: «Jetzt stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das war bisher nicht so.» Der Linienbus mit insgesamt 90 Steh- und Sitzplätzen war oft nur zu einem Zehntel besetzt. «Jetzt ist es für alle eine gute, flexible Sache», bilanziert Zumstein.

Über 800 Passagierfahrten wurden dieses Jahr gezählt. Im Schnitt sind bei jeder Fahrt zwischen 6 und 8 Plätze belegt, bei 15 Sitzplätzen ist der Bus also halbvoll. Für die Hinfahrt wird der Bus gut genutzt, an den Rückfahrten nimmt in der Regel rund ein Viertel weniger Passagiere teil. Diese Schwankungen seien jedoch unbedenklich, da das Angebot flexibel genug ist. «Optimieren kann man da ohnehin nicht mehr viel», sagt Verwalter Ruedi Köhli. Das Konzept wird nun nach seiner Feuertaufe bis auf Weiteres fortgeführt. Solange es in dieser Form rentiert.