Grenchen
Kindergarten im Lingeriz kommt erneut aufs Tapet

Der Entscheid des Grenchner Gemeinderats im letzten Jahr, auf den Kindergarten im Lingeriz zu verzichten und stattdessen denjenigen beim Lindenpavillon auszubauen, wurde wohl vorschnell gefällt. Nun liegt ein Gesuch um Wiedererwägung vor.

Oliver Menge
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Hier – im Bild links – soll der neue Kindergarten hinkommen.

Hier – im Bild links – soll der neue Kindergarten hinkommen.

Oliver Menge

Der Aufschrei bei den linken Parteien war gross, als die bürgerliche Mehrheit einem neuen Kindergarten im Lingeriz eine Abfuhr erteilte. Man war sich im Gemeinderat damals zwar einig, dass es für die Kinder aus diesem Quartier einen neuen Chindsgi geben muss, aber knapp eine halbe Million wollten die Bürgerlichen dafür nicht ausgeben und schickten das Geschäft bachab.

Vergebens die Warnungen über gefährliche und lange Wege, welche die Kindergärtler auf sich nehmen sollten. Der Gemeinderat beschloss im letzten Mai, den bestehenden Kindergarten beim Lindenpavillon auszubauen.

Die Bürgerlichen indes verpassten in der Folge keine Gelegenheit zu betonen, dass es Ihnen bei ihrem «Njet» zum Lingeriz vor allem um die Finanzen gegangen sei, nicht um die Kinder oder deren Schulweg. Bemängelt wurde insbesondere der Standort an der Karl-Mathy-Strasse, auf Boden, der nicht der Stadt gehört.

Die SP ihrerseits sammelte Unterschriften für einen Kindergarten im Lingeriz und reichte im Juni eine Petition mit 1377 Unterschriften ein.

Im Herbst letzten Jahres stellte die Baudirektion dann fest, dass der vom Gemeinderat bewilligte Investitionskredit von 255 000 Franken für die Erweiterung des Lindenpavillons nicht reicht, 420 000 Franken würden benötigt. Die Gemeinderatskommission wies in der Folge einen Nachtragskredit über die fehlenden 165 000 Franken zurück. Das vom Gemeinderat bewilligte Projekt Lindenpavillon käme nur noch gerade 80 000 Franken billiger als das von den Schulen favorisierte und nur aus Kostengründen abgelehnte Projekt im Lingeriz.

Neuer Standort wurde gefunden

Nun kommt kommenden Dienstag ein Wiedererwägungsgesuch vor den Gemeinderat, denn die Gemeinderatskommission hatte die Baudirektion damit beauftragt, nochmals zusammen mit der Geschäftsleitung Schulen der Stadt Grenchen über die Bücher zu gehen. Und siehe da: Beim vierten Anlauf fand man einen Standort, der allem Anschein nach geeignet ist: Der öffentliche Spielplatz an der Lingerizstrasse nördlich des Hubelwegs, im Eigentum der Stadt.

Geplant ist nun ein Kindergarten im Modulbau, Lebensdauer rund 35 bis 40 Jahre, der bei Bedarf – falls sich in einem anderen Quartier plötzlich ein grösseres Bedürfnis manifestiert – schnell abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden könnte. Kostenpunkt: 500 000 Fr.

Der Antrag der Gemeinderatskommission zuhanden des Gemeinderates lautet nun dahingehend, den Beschluss über den Kredit für den Ausbau des Lindenpavillons aufzuheben und stattdessen einen Nachtragskredit von 500 000 Franken für den Chindsgi am neuen Standort im Lingeriz zu bewilligen. Damit wäre dann auch der Petition der SP Genüge getan. Und man würde dem in Grenchen immer noch geltenden Prinzip der Kindergärten in den Quartieren Folge leisten.

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