Ferienpass
Kinder stechen Seifen in Herz-, Stern- und Schmetterlingform aus

Auf dem Robinsonspielplatz Oelirain wurde ausnahmsweise nicht herumgetobt, geklettert oder geschaukelt. Der Ferienpass bot Kindern einen Kurs, in dem sie Seife selber herstellten.

Anna Meister
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Anita Seiler zeigt, wie es geht. amg

Anita Seiler zeigt, wie es geht. amg

Solothurner Zeitung

«Was mache mir hüt do?», fragt Anita Seiler von der ISG Spielplätze 15 Mädchen und Jungs. «Wir stellen Seifen her!», kommt unisono zurück. «Genau», freut sich die Betreuerin, «und woraus werden Seifen eigentlich hergestellt?» Nun bleibt es still. Die Kinder überlegen. Dann meldet sich zögernd ein Mädchen: «Aus Seife?» Alle fangen an zu lachen, und sofort ist das Eis gebrochen.

Diese und viele andere Szenen spielen sich auf dem Robinsonspielplatz Oelirain in Grenchen ab. Anlass war ein Ferienpasskurs, in dem Kinder ab fünf Jahren ihre eigene Seife herstellen konnten. Doch bevor die Seife gemacht wird, können die Kinder die Tüte, in der sie die Seife nach Hause nehmen können, selbst gestalten. Das lassen sie sich natürlich nicht zweimal sagen und legen enthusiastisch los. Innerhalb kürzester Zeit sind die weissen Papiertüten bunter als jeder Regenbogen. Herzchen, Blumen, Tiere, sogar Menschen sind auf den kleinen Taschen zu sehen.

Seifen mit Rosenduft

Nachdem die Tüten fertig bemalt und verstaut worden sind, geht es nun an den eigentlichen Teil des Ferienpasses. Anita Seiler mischt Seifenflocken mit Babyöl und lässt die Kinder einen Duft für die Seife aussuchen. «Schliesslich sollen unsere Seifen ja gut riechen», sagt sie. Die Kids entscheiden sich für Rosenduft. Und damit die Seife nicht neutral weiss bleibt, können sie noch die Farbe aussuchen.

Schnell ist man sich einig: blau soll sie sein. Seiler mischt die Zutaten und knetet sie, bis eine halbwegs glatte Masse entsteht. Die Kinder sehen fasziniert zu und möchten am liebsten direkt in die Schüssel greifen. Nach kurzer Knetzeit dürfen sie es auch. Voller Freude drücken und kneten sie die blau gesprenkelte Masse, drehen sie zu Kugeln und drücken sie dann auf Geheiss flach.

Nun dürfen sie mit gewöhnlichen Ausstechformen der Seife ihre Form verpassen. Es dauert nicht lange, und der Tisch ist voller blauer Herzen, Sterne, Schmetterlinge und Teddybären. «Das macht grossen Spass!», freut sich die sechsjährige Amelia. Die Kinder arbeiten konzentriert, und der Spass ist ihnen anzusehen. Doch nachdem die Masse aufgebraucht ist, möchten sie sich anders beschäftigen. Kein Problem, schliesslich findet der Kurs auf dem Robinsonspielplatz statt.

Nach Blau kommt Grün

Seiler bereitet währenddessen «Runde zwei», wie sie es nennt, vor. «Es freut mich, mit welchem Enthusiasmus die Kinder ans Werk gehen», sagt sie. Mit den Kindern, welche nicht herumtoben wollen, entscheidet sie, dass Runde zwei aus grünen Seifen mit Veilchenduft bestehen soll. Auch diese Sorte wird zu Kugeln gerollt und ausgestochen. Wofür wollen die Kinder eigentlich die viele Seife nutzen? «Ich weiss noch nicht, vielleicht behalte ich sie daheim, oder ich verschenke sie», meint Amelia.

Die sechsjährige Lea hingegen weiss schon genau, was sie mit den Eigenkreationen vorhat: «Ich schenke sie meiner Nachbarin. Bei ihr darf ich nämlich immer Mittagessen gehen und bei ihr bleiben, bis meine Eltern von der Arbeit kommen.»

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