«Merkt euch, wenn wir jetzt gleich zu den Pferden und Ponys gehen, dürft ihr nicht herumrennen oder schreien, da ihr ihnen sonst Angst macht.» Die elf Kinder stehen vor dem Reitstall Mudjibur und lauschen den Instruktionen von Melanie Herren. Einige von ihnen sind schon ein paar Mal geritten, die Vorfreude ist bei allen gross.

Herren, eine der zwei Lehrerinnen von Mudjibur, beginnt kurz darauf die Führung und zeigt den Kindern die 24 Pferde des Hofs. Die meisten von ihnen dürfen gestreichelt werden und die Kinder lassen sich dies nicht zwei Mal sagen.

«Was macht ein Pferd, wenn es in Ruhe gelassen werden will?», fragt Herren. Ein paar Kinder kennen die Antwort: Es legt die Ohren nach hinten.

Draussen auf der Wiese grasen die Pferde, die für den Unterricht gebraucht werden. «Ihr könnt mit euch vergleichen: Ihr müsst zur Schule, doch ihr habt auch Freizeit und könnt spielen. So ist es mit den Schulpferden. Nach oder vor dem Unterricht dürfen sie ein paar Stunden täglich auf der Wiese verbringen», so Herren. Sie bittet, die Tiere nicht zu füttern. «Bei uns bekommen sie das Essen nie aus der Hand.» Würden sie dies tun, könnte es gefährlich werden: Das Pferd könnte das Ausstrecken der Hand dann immer mit Futter in Verbindung bringen, auch wenn man es nur streicheln möchte. Herren: «Dann kann es sein, dass es nach der Hand schnappt.»

Pferde richtig pflegen

Es gab für die Kinder viel zu lernen. So erfuhren sie beispielsweise, dass ein Schimmel mit schwarzem oder dunkelbraunem Fell geboren wird und erst durch das mehrmalige Wechseln des Fells allmählich weiss wird. Ebenso wurde ihnen erklärt, wie die Pferde geputzt werden. Nach einer Instruktion der verschiedenen Utensilien, konnten sie gleich selbst zur Tat schreiten. Jeweils zwei Kinder kümmerten sich um eines der Rösser. Zunächst wurde sanft gestriegelt, danach das Fell durchgebürstet und zuletzt nahm man sich des Schweifs und der Haare an.

Milene und Leila kümmern sich um das Pony Moon und fahren mit dem Gummistriegel kreisförmig durchs Fell. Dadurch massieren sie das Tier und lösen den Dreck in seinem Fell, sodass man diesen leichter mit der Bürste entfernen kann.

Zum Schluss gehts zum Reiten

Das Reiten wurde von den Jungen und Mädchen voller Begeisterung erwartet. Herren war es wichtig, das Verhältnis zwischen Pflege und Reiten zu betonen: «Es geht nicht nur ums Reiten», so die Lehrerin. «Ein Pferd ist kein Velo. Es möchte, dass man sich gut um es kümmert. So entsteht auch eine Freundschaft zwischen uns und den Pferden. Wenn wir sie nur zum Reiten brauchen würden, würden sie das merken und traurig werden», beschreibt sie. Beim Reiten wurde abgewechselt. Herren und ihre drei Schülerinnen führten die Pferde mit ihren kleinen Reitern in der Halle herum. Denn reiten ist nicht so einfach, wie es in Filmen aussieht. Wer selbst reiten möchte, braucht ungefähr zehn Reitstunden, ehe er das Pferd selbst lenken kann.

Das Ferienpassangebot wird in zwei Wochen nochmals durchgeführt und ist mit langer Warteliste voll ausgebucht.