«Wie ginge es uns ohne Pflanzen?», fragt Museologin und Biologin Katrin Blassmann. Die Antwort erschallt wie aus einem Mund: «Nicht so gut.» Manche der Kinder führen weiter aus: «Pflanzen produzieren Sauerstoff und ohne Sauerstoff können wir nicht leben.»

In einem Workshop des Kultur-Historischen Museums erhielten Primarschulklassen die Gelegenheit, mehr über die Pflanzenwelt zu erfahren, insbesondere zur Witi und zum Jura, so war auch der Museumsgarten in diese zwei Bereiche aufgeteilt.

Blassmann führte die Schulklasse 5e aus dem Eichholzschulhaus durch den Garten. Ab und an nahm sie ein Zweiglein oder ein Blättchen und gab es der Klasse zur Veranschaulichung herum.

Pflanzen können um Hilfe rufen

Die Schülerinnen und Schüler hörten zusammen mit ihrer Klassenlehrerin, Nadine Feller, interessiert zu, machten Kommentare und stellten viele Fragen. Für den Workshop erhielt jeder von ihnen ein Journal mit Bildern und kurzem Text, das es während des Anlasses zu vervollständigen galt. Bereits im Vorfeld haben sie sich mit dem Thema beschäftigt.

Doch es gab an diesem Vormittag dennoch viel Neues zu lernen und entdecken. Überraschend kam die Information, dass Pflanzen Hilferufe aussenden können. «Der Mais beispielsweise stösst einen Duftstoff aus, wenn er von einer Raupe angefressen wird. Durch diesen Stoff lockt er Schlupfwespen an, die in den Raupen Eier legen», erklärt Blassmann. Die Larven der Schlupfwespen würden dann die Raupen verspeisen und damit dem Mais helfen.

Vieles besteht aus Pflanzen

Doch nicht nur wegen des Sauerstoffs sind Pflanzen wichtig, wie Blassmann erläutert. Sie machen 90 Prozent der Biomasse auf der Erde aus. Fast alle Produkte bestehen aus ihnen. So entsteht Erdöl aus Pflanzenresten. Damit werden Plastik und Kleider produziert und auch geheizt. Da hält Blassmann plötzlich ein Zweiglein der Wolfsmilch in die Luft. Der weisse Saft aus der Pflanze ist klebrig und giftig, ermahnt sie die Kinder zur Vorsicht. Man könne auch allergisch auf den Saft reagieren. «Nur eine Schmetterlingsraupe frisst von dieser Pflanze, alle anderen Tiere lassen die Finger davon.»

Schliesslich wird die Vermehrung der Pflanzen besprochen. Neben Wind, Wasser und den Insekten können sich manche auch selbst durch Ausläufer vermehren, so etwa die Erdbeeren. Mit Staunen lauschten die Kinder den Ausführungen zu den verschiedenen bestäubenden Insekten, von denen manche lange Rüssel haben, um den Nektar am Boden von langen röhrenförmigen Blüten zu erreichen.

Samenkugeln selber machen

Als Abschluss konnten die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Händen etwas schaffen: Sie erstellten Samenkugeln, indem sie Blumenerde, Tonpulver, Samen und Wasser miteinander vermischten und diese zu Kugelformen kneteten. Nach zwei Tagen, in denen man sie trocknen lässt, kann man sie letztlich in der Stadt verteilen oder in Balkonkasten setzen, wo man sie beim Gedeihen gut beobachten kann und so eine Nahrungsquelle sowie Wohnraum für verschiedenste Insekten schafft. Einige Kinder haben vor, damit ihre Schulumgebung zu verschönern.